Hilfskreuzer

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (ursprünglich offiziell Handelsstörkreuzer, HSK), für Kriegszwecke eingerichtete und bewaffnete Handelsschiffe, die unter Kriegsflagge fuhren und von Seeoffizieren geführt wurden. Der Hilfskreuzergedanke ging zurück auf die Zeiten des Kaperkrieges und wurde nach dessen Verbot 1856 Teil der seestrategischen Planung vieler Flotten. Meist zum Schutz der eigenen Handelsschifffahrt gedacht, wurden die deutschen Hilfskreuzer dagegen schon vor dem 1. Weltkrieg bewusst als Handelsstörer konzipiert. Sie sollten auch im 2. Weltkrieg die Überwasserstreitkräfte bei der Bekämpfung des gegnerischen Nachschubverkehrs unterstützen. Die deutsche Kriegsmarine hatte vor dem Krieg die planmäßige Vorrüstung von Frachtern für Hilfskreuzerzwecke versäumt, sodass erst relativ spät (31.3.40 Atlantis) der Hilfskreuzerkrieg aufgenommen werden konnte. Er ließ sich dennoch sehr erfolgreich an: Insgesamt 9 Hilfskreuzer, die neben dem Namen noch die Bezeichnung "Schiff" führten (z.B. Coronel Schiff 14), kamen zum Einsatz, einer wurde vor Indienststellung zerstört (Hansa Schiff 5). Sie trugen nach Verlust des Schlachtschiffs Bismarck die Hauptlast im überseeischen Zufuhrkrieg über Wasser und operierten außer im Eismeer auf allen Weltmeeren. Bewaffnet mit 15-, 10,5- und 6-cm-Geschützen, Fla-Waffen, Torpedos und Bordflugzeugen gelang den Hilfskreuzern die Versenkung von insgesamt 138 Schiffen mit 857 533 BRT. Wichtiger aber war der Seekriegsleitung, deren Operationsabteilung den Einsatz steuerte, die Bindung starker feindlicher Kräfte. Sie ließ sich allerdings nicht lange aufrechterhalten, da Verluste die Hilfskreuzerflotte schwächten und weil den Alliierten mit wachsender Reichweite, Stärke und Überlegenheit ihrer Luftwaffen sowie v.a. durch die Einführung des Radars im Lauf des Jahres 43 die nahezu lückenlose Seeüberwachung möglich wurde. Als letzter deutscher Hilfskreuzer verschwand am 17.10.43 "Michel" von den Weltmeeren.