Hien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (Schwalbe), Beiname des japanischen Jagdeinsitzers Kawasaki Ki-61/100. Erstflug Dezember 41. Die weitverbreitete Hien wich durch ihren flüssigkeitsgekühlten V-Motor vom traditionellen Bild aller japanischen Jagdflugzeuge ab. Da es sich bei dem Motor um eine Lizenzfertigung des Daimler-Benz DB 601 handelte, wurde die Hien oft fälschlich für eine nachgebaute Me 109 gehalten. Nach ersten Einsätzen über Neuguinea tat sich dieser Jäger mit dem alliierten Codenamen Tony an allen pazifischen Fronten hervor, u.a. über Rabaul, bei den Schlachten im Leytegolf und schließlich gegen amerikanische Bomberverbände über dem japanischen Mutterland. Insgesamt 3078 Stück wurden gebaut, die Hauptvariante Ki-61 I (2734 Exemplare) flog mit 1x1175 PS maximal 592 km/h in 4860 m Höhe. Die ursprüngliche Bewaffnung von 2x7,7- und 2x12,7-mm-MG wurde später durch die Kombination 2x12,7-mm-MG und 2x20- oder 2x30-mm Kanonen verstärkt. Ständige Probleme mit den Kawasaki-Reihentriebwerken führten dazu, dass im zweiten Halbjahr 44 mehr Zellen als Motoren für den Jäger zur Verfügung standen. Daraufhin wurden schließlich 396 Maschinen unter der Bezeichnung Ki-100 für den 1500-PS-Mitsubishi Ha-112-II-Sternmotor umgebaut und im Frühjahr 45 in die Luftschlacht geworfen. Eher ein Zufallsprodukt, erwies sich diese Version in ihren Höhen- und Steigleistungen als bester Abfangjäger der kaiserlichen Heeresluftwaffe und als allen US-Gegnern ebenbürtig.