Hensies

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    belgisches Gefangenenlager BO II (Borinage), im September 45 errichtet und mit etwa 1000 deutschen Gefangenen belegt, die von den Briten überstellt worden waren. Als Unterkünfte dienten in Hensies zunächst Zelte, die bis Ende Oktober 45 durch Baracken ersetzt wurden. Die Verpflegung war anfangs bei schwerer körperlicher Arbeit (Bergbau) unzureichend und besserte sich erst im Laufe des Jahres 1946. Auch dann noch auftauchende Engpässe konnten die Gefangenen durch Zukauf von Nahrungsmitteln in der inzwischen errichteten Kantine ausgleichen. Anfang 46 kam es aus verschiedenen Gründen zu Unruhen in Hensies, die in einem Streik gipfelten; auch Sabotageakte kamen vor. Den Gefangenen wurden daraufhin Vergünstigungen wie der Kantineneinkauf entzogen und ihre Verpflegung auf Wasser und Brot beschränkt; hinzu kam Strafexerzieren. Der Streik wurde schließlich mit Gewalt gebrochen. Mitte 1947 begannen die Entlassungen, die sich bis Februar 48 hinzogen. Einige Gefangene blieben freiwillig als Zivilarbeiter in Belgien zurück.