Henri Fernand Dentz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    1908/09 Kriegsakademie, im 1. Weltkrieg Generalstabstätigkeit, danach Militärattaché, 1934 Brigadegeneral. Dentz wurde bei Beginn der Schlacht um Frankreich am 5.6.40 Kommandant von Paris, musste die Stadt aber schon neun Tage später der deutschen 18. Armee (v. Küchler) übergeben. Im Dezember 40 ernannte die Vichy-Regierung Dentz zum Oberbefehlshaber der französischen Levantearmee im Mandatsgebiet Syrien, wo er sich mit seinen 45 000 Mann am 8.6.41 der Offensive britischer und schwacher freifranzösischer Kräfte von Palästina aus gegenübersah. Angesichts des drohenden Bruderkriegs zögerte er mit seinen Abwehrmaßnahmen und forderte zu spät die Unterstützung der deutschen Luftwaffe an; am 21.6. fiel Damaskus, am 14.7. musste Dentz den Widerstand einstellen. 1066 Vichy-Soldaten und 800 Gaullisten waren gefallen. Trotz der im Waffenstillstand vereinbarten Straffreistellung wurde Dentz nach der Befreiung Frankreichs vor Gericht gestellt und am 20.4.45 zum Tod verurteilt. Er starb, am 24.10.45 von de Gaulle zu lebenslanger Haft begnadigt, im Gefängnis.