Henri-Honoré Giraud

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französischer General

    geboren: 18. Januar 1879 Paris gestorben: 13. März 1949 Dijon

    im 1. Weltkrieg Teilnahme an den Kolonialfeldzügen in Nordafrika, 1930 Brigadegeneral, 1936-30 Befehlshaber der VI. Militärregion Metz, dort Vorgesetzter seines späteren Rivalen und damaligen Panzeroberst de Gaulle. Einen Tag vor der Kriegserklärung Frankreichs an das Deutsche Reich (3.9.39) wurde Giraud Oberbefehlshaber der 7. Armee in Flandern, die bei einem deutschen Angriff auch durch die Niederlande in die Breda-Stellung vorrücken sollte. Als die deutschen Truppen schon kurz nach Beginn der Westoffensive (10.5.40) über die Maas fluteten, löste Giraud General Corap als Oberbefehlshaber der 9. Armee ab, konnte aber den deutschen Sturmlauf auch nicht aufhalten und geriet in der allgemeinen Auflösung am 19.5. in deutsche Gefangenschaft. Im April 42 gelang ihm die Flucht aus der Festung Königstein in die unbesetzte Zone Frankreichs, von wo er Anfang November 42 mit einem britischen U-Boot zu Beratungen über die alliierte Landung in Nordafrika ("Torch") nach Gibraltar fuhr. Nach dem Attentat auf Darlan wurde Giraud am 27.12.42 Hochkommissar für ganz Französisch Nordafrika, und im Juni 43 übernahm der unpolitische Nur-Soldat mit de Gaulle die Führung im Komitee der Nationalen Befreiung, das als oberstes Beschlussorgan in Algier alle Gruppierungen des französischen Widerstands vereinen sollte. Giraud verlor rasch an Einfluss und trat im November 43 zurück, blieb aber Oberbefehlshaber der Streitkräfte, bis er im April 44 auch diesen Posten verlor. Nach Kriegsende Abgeordneter und bis 1948 Vizepräsident des Obersten Kriegsrates.