Hela

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    etwa 36 km lange, sehr schmale Halbinsel im Westen der Danziger Bucht. Im Polenfeldzug wurden im Hafen von Hela und Heisternest die hier liegenden polnischen Kriegsschiffe in den ersten Tagen des Krieges von der deutschen Luftwaffe versenkt. Am 17.9.39 verlegte der Stab des polnischen Flottenkommandos nach Hela, wo sich 80 Offiziere und 2449 Unteroffiziere und Mannschaften, zu denen noch rund 40 Offiziere und 600 Seeleute der versenkten Schiffe kamen, gegen Verbände des deutschen Korps Kaupisch verteidigten. Die Garnison verfügte über 4x15,2-cm-, 4x10,5- und 10x7,5-cm-Kanonen, dazu 6x7,5- und 10x4,0-cm-Flak sowie 6x3,7-cm-Pak und 11 Granatwerfer. Trotz heftiger Luftangriffe und häufiger Beschießung von Land und See - die alten Linienschiffe Schleswig-Holstein und Schlesien schossen 476x28-cm- und 440x15-cm-Granaten auf die polnischen Stellungen - blieb die Halbinsel bis zum Ende des Feldzugs unbezwungen, erst am 1.10.39 unterzeichneten die Verteidiger die Übergabe.

    Auch in der letzten Kriegsphase spielte Hela eine besondere Rolle: Am 23.3.45 zerriss eine Offensive der 2. Ukrainischen Front (Rokossowski) die Verteidigungslinien der deutschen 2. Armee (v. Saucken) in drei Teile: Hela, Öxhöft-Gotenhafen und Danzig-Weichselniederung. Hela war damit von allen Landverbindungen abgeschnitten, blieb aber bis zur Kapitulation in deutscher Hand. Bis zum Schluss befanden sich hier das Armeeoberkommando Ostpreußen und der Stab Admiral östliche Ostsee, Standortkommandant Oberst Eberhard Schoepffer. 355 624 Menschen wurden im April 45 von Hela über See evakuiert, darunter zahlreiche Verwundete und Flüchtlinge, in der ersten Maiwoche waren es noch einmal rund 50 000 Personen. Zuletzt blieben noch etwa 50 000 Soldaten mit ihrem Oberbefehlshaber, General v. Saucken, auf Hela zurück, die am 9.5.45 die Waffen niederlegten.