Heinkel AG

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Heinkel 219 A-7 UHU - Nachtjagdgeschwader 1 - Deutschland 1945

    deutsche Flugzeugwerke mit Hauptverwaltung in Rostock-Marienehe, 1922 in Warnemünde von Professor Ernst Heinkel (geboren 24.1.1888, gestorben 30.1.1958) gegründet, der sich während und nach dem 1. Weltkrieg als Konstrukteur von Marineflugzeugen einen internationalen Namen gemacht hatte. Für den Export und die getarnte Fliegertruppe der Reichswehr baute die Heinkel AG in den frühen 1930er Jahren eine Reihe militärischer Prototypen, die 1935 zur Erstausstattung der Luftwaffe dienten. Dazu gehörten bei den Küstenfliegern die He 59 und die He 60, beide noch vereinzelt bis 1943 im Fronteinsatz. Als schwerstes Schwimmerflugzeug der Luftwaffe lieferte die Heinkel AG seit 1938 die zweimotorige He 115 mit 3350 km Reichweite und 327 km/h Höchstgeschwindigkeit. Sie flog hauptsächlich als Patrouillenflugzeug, Torpedobomber und Minenleger; bis 1944 wurden etwa 400 Stück produziert. Andere frühe Standardtypen waren der Nahaufklärer He 46 und der Jagddoppeldecker He 51. Als militärisch bedeutsamste Neuentwicklung im Rahmen der forcierten Luftrüstung kam dazu das zweimotorige Kampfflugzeug He 111. Zur Großserienproduktion dieses neuen Standardbombers errichtete die Heinkel AG 1936/37 aus Mitteln des OKL ein neues Zweigwerk in Oranienburg bei Berlin. Im November 39 begann die Flugerprobung des Fernbombers He 177 Greif, der an einer unsinnigen Sturzkampfforderung des Luftfahrtministeriums und seinen leicht entflammbaren Doppeltriebwerken scheiterte. Den Serienbau des zweimotorigen Nachtjägers He 219 Uhu (Erstflug November 42) musste die Heinkel AG im November 43 zugunsten der Ju 88 wieder einstellen. Pionierarbeit leistete die Heinkel AG auf dem Gebiet des Raketen- und Strahlantriebs. Unter strengster Geheimhaltung startete auf dem Rostocker Werksgelände am 20.6.39 das erste Raketenflugzeug der Welt, die He 176, und zwei Monate später (24.8.) mit einer von Heinkel entwickelten 500-kp-Strahlturbine das erste Düsenflugzeug der Luftfahrtgeschichte, die He 178. Beide Projekte wie auch das zweistrahlige Düsenflugzeug He 280 (Erstflug 2.4.41) wurden vom Luftfahrtministerium nicht für militärische Zwecke weiterverfolgt. Gegen Kriegsende entwickelte die Heinkel AG in kürzester Frist bis zur Frontreife den einstrahligen "Volksjäger" He 162 Salamander, der aber nicht mehr zum Einsatz kam.