Heereswaffenamt

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (HWA), Zentralstelle für die technische Entwicklung und Fertigung von Waffen, Munition und Gerät des deutschen Heeres. 1920 als Waffenamt im Reichswehrministerium unter Oberst (später Generalleutnant) Wurzbacher gegründet, war Chef des Heereswaffenamts bei Kriegsbeginn General der Artillerie Becker (1.3.38 bis 8.4.40). Sein Nachfolger wurde General der Artillerie E. Leeb. Das Heereswaffenamt war im Frieden dem Oberbefehlshaber des Heeres unmittelbar unterstellt, seit 1.9.39 dem Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres (Chef H.Rüst. und B.d.E.).

    Aufgaben waren: a) Entwicklung neuer Waffen, Geräte und Munition (Entwicklungs- und Prüfwesen); b) Massenbeschaffung von Waffen, Geräten und Munition (Industrielle Rüstung); c) technische Grundlagen sowie Vorbereitung und Einrichtung von Massenfertigung bei der Industrie (Chefingenieur); d) Abnahme der fertigen Waffen, Geräte und Munition (Abnahme).

    Das Heereswaffenamt wurde während des Krieges mehrfach umorganisiert; per 1.7.44 bestand es aus dem Stab mit Forschungsabteilung und den 6 Amtsgruppen: Zentralaufgaben, Entwicklung und Prüfwesen, Chefingenieur, Industrielle Rüstung Waffen und Gerät, Industrielle Rüstung Munition, Abnahme. Die Personalstärke schwankte zwischen 5000 bis 7000 Mitarbeitern (1939-44). Die vom Chef der Heeresrüstung (seit 15.12.44 vom B.d.E. getrennt) General der Infanterie Walter Buhle zum 15.1.45 angeordnete Erweiterung des Heereswaffenamts zum Wehrmachtwaffenamt kam wegen der sich zuspitzenden Lage an den Fronten über Ansätze nicht hinaus. Mitte April 45 verlegte der größte Teil des Heereswaffenamts mit Chef nach Südbayern und wurde durch Befehl vom 27.4.45 aufgelöst.