Hecht (Flugzeug)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (oft fälschlich Blitz), Beiname des deutschen Schnellbombers und Aufklärers Arado Ar 234, 1941 aus einem Entwicklungsauftrag des Luftfahrtministeriums für einen Fotoaufklärer von mindestens 700 km/h und 1500 km Reichweite entstanden. Zur Erreichung der geforderten Werte entschied sich das Konstruktionsteam unter Professor Walter Blume für eine zweistrahlige Düsenmaschine. Die Flugerprobung mit der Strahlturbine Jumo 109 begann im Juni 43. Ihre Leistungen als Aufklärer bewies die Hecht erstmals im Sommer 44, als ein Versuchsverband mit 3 Maschinen hinter der alliierten Invasionsfront operierte. Anfang 45 waren 3 Staffeln im Westen sowie ein Sonderkommando in Norditalien mit dem einsitzigen Fernaufklärer Ar 234 B-1 ausgerüstet. Die Bomberversion B-2 kam im Oktober 44 zur Truppe und unterstützte im Dezember die Ardennenoffensive. Im März 45 flogen Maschinen vom Typ Hecht mit 1000-kg-Bomben Blitzangriffe gegen die Rheinbrücke von Remagen. Nicht über das Versuchsstadium hinaus kam die C-Reihe mit 4 Strahlturbinen, die die Hecht bis auf 880 km/h beschleunigten. Bei Kriegsende fielen zahlreiche Hecht unversehrt in die Hände der Alliierten; von insgesamt 210 Serienmustern ist jedoch nur ein Exemplar in den USA erhalten. 1975 wurde eine bei Remagen abgeschossene Ar 234 ausgegraben. Technische Daten der Version B-2: Bombenlast 1000 kg, Bewaffnung 2xMG 151/20 starr nach hinten im Rumpf; 2x900 kp Schub durch Strahlturbinen Jumo 004B oder BMW 003, Fluggewicht 9 t, maximal 745 km/h, 1100 km Reichweite mit voller Bombenzuladung.