Hauptverbandplatz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    erster Ort, an dem im Feld fachärztlich-chirurgische Hilfe geleistet wurde. Im Bewegungskrieg wurde der Hauptverbandplatz erst eingerichtet, wenn die Gefechtslage und die Verwundetenzahlen ihn erforderlich machten; beim Beziehen einer Verteidigungsstellung wurde er in der Regel sofort angelegt; seine Entfernung von der Gefechtslinie betrug 6-10 km, um eine möglichst ungestörte Verwundetenversorgung zu gewährleisten. In der kalten Jahreszeit lehnte sich der Hauptverbandplatz an Gehöfte, Kellergebäude u.Ä. an, die eine Unterbringung in Zelten unnötig machten. In den wärmeren Gegenden und Monaten war die Sanitätskompanie mit Verbinde- und Verwundetenzelten ausgerüstet, damit der Hauptverbandplatz auch im Freien angelegt werden konnte. Für einen geregelten Arbeitsablauf war die Einrichtung von 15 Stationen vorgeschrieben: An- und Abfahrtswege für die von der Front kommenden Fahrzeuge, Ausladeplatz, Empfangsabteilung, Verband- und Operationsabteilung, Abteilung für Kampfstoffverletzte (soweit nötig), Warteplatz für marschfähige Verwundete, Abteilung für transportfähige und Abteilung für nicht transportfähige Verwundete, Platz für Sterbende, Leichenplatz, Feldküche, Parkplatz/Stall für Fahrzeuge/Pferde, Latrinen, An- und Abfahrtswege für Verlegung der Verwundeten nach rückwärts, Befehlsstelle. Die wichtigsten Stationen waren die Empfangsabteilung zur Sichtung der Verwundeten (Triage) und die Verband- und Operationsabteilung mit 2 Chirurgenteams für unaufschiebbare, lebensrettende Eingriffe.