Haupttreuhandstelle Ost

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    am 19.10.39 durch Geheimerlass Görings errichtete Behörde unter Leitung von Max Winkler (7.9.1875-12.10.1961). Aufgabe der Haupttreuhandstelle Ost war die Verwaltung der in den annektierten Gebieten Polens enteigneten polnischen und jüdischen Industriebetriebe. Die Haupttreuhandstelle Ost setzte in den Werken Treuhänder als Betriebsführer ein, die zumeist Vertreter großer deutscher Konzerne waren. Das sicherte zum einen die schnelle Integration der Firmen in die deutsche Wirtschaft, kam aber auch einer Präjudizierung der Eigentumsfrage gleich, sodass sich heftige Konkurrenzkämpfe um die Treuhandschaften entwickelten. Bis Februar 41 vermittelte die Haupttreuhandstelle Ost 264 große, 9000 mittlere und 76 000 kleinere Unternehmen an Deutsche. Der hier dominante Einfluss des Staates auf die "Beuteverteilung" stieß in der Wirtschaft auf Kritik, weshalb bei der Okkupation der westlichen UdSSR auf die Errichtung einer entsprechenden Stelle verzichtet wurde.