Harry S(pencer) Truman

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    amerikanischer Politiker und Präsident

    geboren: 8. Mai 1884 in Lamar, Missouri gestorben: 26. Dezember 1972 in Kansas City


    Jurist, 1935 demokratischer Senator, 1940 wiedergewählt. Truman übernahm 1941 die Leitung des Ausschusses zur Kontrolle der Kriegsausgaben und wurde am 7.11.44 von seiner Partei als Vizepräsident für die am 20.1.45 beginnende 4. Amtszeit Roosevelts nominiert. Bei dessen Tod am 12.4.45 trat Truman die Nachfolge an und sah sich v.a. zwei Problemen gegenüber: der engen Bindung an die UdSSR und der Atombombe. Er versuchte das eine durch das andere zu lösen, indem er vor dem Potsdamer Abkommen den ersten Nuklearsprengsatz erfolgreich testete und wenig später Atombomben gegen Japan einsetzte, um durch den Trumpf der neuen Waffe Stalin kompromissbereiter zu stimmen. Das beschleunigte jedoch nur dessen Eingreifen in Fernost und das Programm der Bolschewisierung Ost- und Südosteuropas. Dagegen entwickelte Truman das Programm des "Containment" (Eindämmung des Kommunismus) und trat in einen Kalten Krieg gegen den sich formierenden Ostblock ein. Daraus entwickelte sich auch durch die großzügige amerikanische Hilfe des Marshall-Plans die Spaltung Deutschlands in zwei Staaten, die in die jeweiligen Bündnissysteme fest eingebunden wurden. Trumans radikaler Antikommunismus führte aber auch zu einer überstürzten Beendigung der Entnazifizierung und der Amnestierung von verurteilten Nationalsozialisten, die vielfach in amerikanische Dienste traten oder in der Bundesrepublik bald wieder in Schlüsselstellungen rückten (begünstigt u.a. durch das Überleitungsgesetz), sodass eine konsequente "Bewältigung" der Hitlerzeit lange blockiert blieb.