Hans Oster

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General

    geboren: 9. August 1888 in Dresden gestorben: 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg

    Hans Oster, Generalmajor

    im 1. Weltkrieg Generalstabsoffizier, 1933 zur Abwehr im Reichswehrministerium (später OKW) und 1939 Leiter von deren Zentralabteilung. Seit der Ermordung seines einstigen Chefs General Schleicher während der so genannten Röhm-Affäre (30.6.34) erbitterter Gegner des Nationalsozialismus, nutzte Oster seine Schlüsselstellung für den Militärischen Widerstand und verriet u.a. den Beginn des deutschen Angriffs im Westen den Holländern. Doch da er wegen zahlreicher Verschiebungen schon mehrmals Fehlalarm gegeben hatte, bezweifelte man auch den tatsächlichen Termin (10.5.40), sodass der Überraschungsschlag der Wehrmacht gelang. Oster beschaffte für verschiedene Attentatsversuche Sprengstoff, setzte sich für Verfolgte ein (u.a. Ausschleusung als angebliche V-Leute) und hielt Verbindung zu alliierten Geheimdiensten (u.a. Dulles in der Schweiz). Bei der Verhaftung seines Mitarbeiters v. Dohnányi fand die Gestapo Belastungsmaterial auch gegen Oster, das am 31.3.44 zu seiner Entlassung führte. Von den Verschwörern des 20. Juli 44 als Präsident des Reichskriegsgerichts vorgesehen, wurde Oster nach Fehlschlag des Umsturzversuchs am 21.7.44 verhaftet und kurz vor Eintreffen amerikanischen Truppen nach Standgericht gehängt.