Hannover (Stadt)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt der gleichnamigen preußischen Provinz mit 471 000 Einwohnern (1940). Als wichtiger Bahnknoten und Industriestandort (Salz, Asphalt, Zement, Maschinenbau, Gummi u.a.) war Hannover, das zudem auf dem Weg nach Berlin lag, eines der Hauptziele der alliierten Bomberoffensive gegen Deutschland. Nach schwächeren Angriffen (u.a. 19./20.7.41 und 14./15.8.41) erschienen in der Nacht 27./28.9.43 fast 600 britische Maschinen über Hannover und warfen 2196 t Bomben, 14 Tage später setzten sie mit 1667 t Bomben das Zerstörungswerk fort, das 250 000 Menschen obdachlos machte, die Produktionsanlagen etwa der Reifenindustrie aber fast unbeschädigt ließ. Erst nach zahlreichen weiteren Luftangriffen (u.a. am 5./6.1.45 mit 2365 t Bomben), die sich schließlich auf 88 summierten, erlitt auch die Industrie schwere Schäden: 61% ihrer Anlagen wurden zerstört, 33% aller Betriebe vernichtet und über 50% beschädigt. Am 10.4.45 nahmen Einheiten der 9. US-Armee (Simpson) die Stadt.