Hammerstein

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Stadt in Pommern mit 4500 Einwohnern (1940), Standort des Stalag II B. Das Ende 39 errichtete Lager Hammerstein wurde bei Beginn des Russlandfeldzug in ein Nord- und ein Ostlager aufgeteilt. In das letztere wurden zwischen 30 000 und 50 000 Russen eingeliefert, die zu Tausenden an Unterernährung und Fleckfieber (Epidemien im Herbst 41 und zum Jahreswechsel 42/43) starben. Weitere Todesfälle gab es durch zahlreiche Willkürakte der russischen Lagerpolizei. Die arbeitsfähigen Gefangenen kamen auf verschiedenen Außenkommandos in der Land- und Forstwirtschaft zum Einsatz, später wurden viele Rotarmisten nach Norwegen und Peenemünde zur Arbeit verlegt. Wie in allen Lagern für sowjetische Gefangene gab es in Hammerstein Aussonderungen von politisch missliebigen Russen. Das Landesschützenbataillon 253, das Hammerstein bewachte, transportierte die Selektierten zur Tötung in Konzentrationslager. Im September/Oktober 43 wurden in einen dafür abgetrennten Teil des Lagers Hammerstein rund 11 000 italienische Militärinternierte (bzw. Kriegsgefangene) eingeliefert. Bei Herannahen der Roten Armee im Frühjahr 45 evakuierten die Bewacher die über 40 000 Gefangenen des Stalags (Franzosen, Russen, Belgier, Italiener, Serben und Amerikaner) Richtung Westen, wo sie von britischen Truppen befreit wurden.