Hamburg (Stadt)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hafenstadt an der Elbe mit rund 1,7 Millionen Einwohnern (1940). Als bedeutender Industriestandort (Werften, Petrochemie, Asbest, Düngemittel, Fette u.a.) und größter Umschlagplatz des deutschen Seehandels war Hamburg, die zweitgrößte Stadt des "Altreichs", Dauerziel zunächst der britischen, später auch der amerikanischen Bomber. Nach ersten Angriffen im Juni 40 folgten im Oktober 40, März, Mai und Oktober 41 weitere Bombardierungen. In der Nacht 3./4.3.43 flog die RAF einen ersten Großangriff mit 344 Maschinen, die bei 10 Verlusten 913 t Bomben warfen. Doch auch das war nur ein Vorspiel für die größte Bomberoffensive, die je eine deutsche Stadt traf: In der letzten Juliwoche 43 zerstörten beim Unternehmen "Gomorrha" 9000 t Minen, Spreng- und Brandbomben das Stadtgebiet (30 500 Tote). Obwohl Hamburg damit ausgeschaltet schien, setzten die meisten Betriebe bald ihre Produktion fort, sodass die alliierten Bomberströme immer wieder über der Stadt erschienen; zuletzt warfen am 30.3. die 8. US-Luftflotte 1103 t und am 8./9.4.45 die RAF 1491 t Bomben. Insgesamt 55 000 Hamburger fielen dem Luftkrieg zum Opfer, 62 856 Soldaten aus Hamburg verloren an den Fronten ihr Leben. Trotz gegenteiliger Befehle Hitlers verbot Gauleiter Karl Kaufmann (1900-1969) bei Herannahen britischer Truppen die Zerstörung letzter intakter Versorgungseinrichtungen in der "Festung Hamburg" und übergab die Stadt am 3.5.45 kampflos dem britischen XII. Korps (Ritchie).