H2S

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Kürzel für englisch Home Sweet Home, Codebezeichnung eines britischen Bordradargeräts, erstmals in einem abgeschossenen Bomber bei Rotterdam aufgefunden, deshalb auf deutscher Seite Rotterdam-Gerät genannt; bei den US-Luftstreitkräften H2X. Im Zentimeterwellenbereich auf einer Frequenz von 3000 Megahertz arbeitend, gab das H2S die überflogene Landschaft in groben Umrissen auf einer Kathodenröhre wieder und ermöglichte dadurch erstmals eine Navigation ohne Bodensicht oder Hilfe von Bodensendern; es gehörte seit 1943 zur Standardausrüstung der Pfadfindermaschinen, erster Einsatz am 30.1.43 bei einem RAF-Nachtangriff auf Hamburg. Da das H2S die Konturen von Seen und Wasserläufen besonders gut nachzeichnete, wurden im Sommer 43 auf den Gewässern um Berlin Metallflöße als Radartarnung verankert. Auch entwickelte die deutsche Industrie den Zentimeterwellenempfänger Naxos, mit dem arbeitende H2S-Sender von Nachtjägern angepeilt werden konnten.