Guadalcanal

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    zweitgrößte Insel der britisch-australischen Salomonen mit 6475 km² und rund 20 000 Einwohnern (1940), Hauptstadt Honiara. Nach der Schlacht bei Midway verlagerte sich der Schwerpunkt des Fernostkrieges in den Südwestpazifik, wo die Amerikaner im Sommer 42 zum Gegenangriff übergingen. Von der vorgelagerten Insel Tulagi aus hatten die Japaner Guadalcanal besetzt und bedrohten damit die Seewege zwischen Australien und den USA. Die Insel wurde daher von den Combined Chiefs of Staff am 5.7.42 zum vorrangigen Offensivziel bestimmt, was zu einer der härtesten Abnutzungsschlachten des Krieges führte: Im Schutz von zwei Trägergruppen gingen am 7.8.42 rund 11 000 Mann der 1. US-Marinedivision (Vandegrift) an der Nordostküste an Land und eroberten nahezu kampflos das Flugfeld bei Lunga Point, später als Henderson Field bekannt geworden. Die 2000 Japaner, zumeist Bauarbeiter, zogen sich in den Dschungel zurück. Inzwischen kämpfte eine zweite Gruppe von 6000 Marines die 1500 japanischen Verteidiger von Tulagi nieder. Die japanische 8. Flotte setzte unverzüglich eine Kampfgruppe von 7 Kreuzern unter Vizeadmiral Mikawa gegen den amerikanischen Landekopf auf Guadalcanal in Marsch und überraschte in der Nacht 8./9.8. bei der Insel Savo eine alliierte Unterstützungsgruppe unter dem britischen Vizeadmiral Crutchley. Mikawa nutzte den Erfolg jedoch in Sorge vor Luftangriffen bei Tage nicht aus, sodass sich die US-Transportflotte unter Admiral Turner in Sicherheit bringen konnte. Die Marines auf Guadalcanal sahen sich in der Folgezeit zunehmenden Angriffen inzwischen angelandeter japanischer Verstärkungen ausgesetzt, konnten Henderson Field jedoch weiter befestigen und ausbauen. Am 24./25.8. vereitelte die US-Task Force 61 (Fletcher) den Durchbruch eines japanischen Konvois, verlor dabei jedoch den Träger Enterprise, während die Japaner 70 Maschinen und den leichten Träger Ryujo einbüßten.

    Beide Seiten landeten weiter Truppen und Nachschubgüter auf Guadalcanal, wobei es mehrfach zu schweren Seegefechten kam, u.a. am 11./12.10. bei Kap Esperance, am 26.10. bei den Santa-Cruz-Inseln und vom 13. bis 15.11. vor Guadalcanal selbst (Savo). Schließlich standen zu Lande 22 000 Japaner gegen 23 000 GIs. Am 23.10.42 griff die japanische 2. Infanteriedivision unter General Maruyama aus dem Dschungel an, kam bis auf wenige hundert Meter an das amerikanische Flugfeld heran, musste aber wegen des mörderischen Abwehrfeuers aufgeben, nachdem sie 3000 Mann verloren hatte. Es gelang auch in der Folge nicht mehr, die Marines zu vertreiben, zumal die erschöpften Truppen gegen Jahresende durch das frische amerikanische VI. AK ersetzt und auf 50 000 Mann aufgestockt wurden. Die Lage der Japaner wurde unhaltbar. Am 8.2.43 holten Zerstörer aus Rabaul die verbliebenen 12 000 Mann in einer geschickten Nachtoperation von Guadalcanal ab. Die Japaner hatten insgesamt 15 000 Mann im Kampf und 9000 durch Krankheit verloren, die Amerikaner nur 1752 Gefallene und 4200 Verwundete. Die Schiffsverluste hielten sich mit je rund 130 000 t die Waage. Dennoch waren die Einbußen für die Japaner schwerwiegender, da sie insbesondere die 600 abgeschossenen oder abgestürzten Flugzeugbesatzungen nicht mehr durch gleichwertig ausgebildete Flieger ersetzen konnten.