Grand Slam

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Großer Knall), britische Spezialbombe für Präzisionsangriffe gegen Brücken, Tunnels, U-Boot-Bunker und ähnlich massive Einzelobjekte. Eine erste "kleine" 6 t-Version wurde unter dem Namen Tallboy (englisch Kommode) seit Juni 44 von den Lancaster-Bombern der RAF-Sonderstaffel 617 gegen Ziele im Invasionsraum eingesetzt, später gegen das deutsche Schlachtschiff Tirpitz. Die letzte Version der torpedoähnlichen "Erdbebenbombe" Grand Slam war mit 10 t und fast 8 m Länge die größte Fliegerbombe des Krieges und stand erst seit März 45 zur Verfügung; die erste brachte am 14.3. ein Eisenbahnviadukt bei Bielefeld durch ihre unterirdischen Schockwellen zum Einsturz. Das Bauwerk hatte bis dahin inmitten einer Kraterlandschaft an der Strecke Hamm-Hannover allen anderen Bomben standgehalten. Eines der letzen Opfer von insgesamt 41 abgeworfenen Grand Slam wurde am 16.4. der Schwere Kreuzer Lützow in Swinemünde. Die Grand Slam war von Luftfahrtingenieur Barn Wallis entwickelt worden, der auch die Rotationsbombe für die Tiefangriffe auf die Staumauern der Eder- und der Möhnetalsperre erfunden hatte.