Gottlob Berger

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    SS-Obergruppenführer (1940)

    geboren: 16. Juli 1896 Gorstetten gestorben: 5. Januar 1975 Stuttgart


    Offizier im 1. Weltkrieg, danach Turnlehrer, SA-Beitritt und nach der Affäre um SA-Stabschef Röhm 1934 Mitglied der SS. Berger war bei Kriegsausbruch Leiter des Ergänzungsamtes (VIII) im SS-Hauptamt, dessen Chef er am 15.8.40 wurde und damit eigentlicher Begründer der Waffen-SS. Sie konnte nämlich zunächst nicht auf Wehrpflichtige zurückgreifen, sodass Berger so genannte Volksdeutsche anwarb, die wiederum das Heer nicht rekrutieren durfte. Später entwickelte Berger die Idee der Freiwilligenverbände aus den besetzten nord- und westeuropäischen Ländern. Seine Vision eines "germanischen Heeres" scheiterte allerdings, da Hitler den fremden Einheiten gegenüber misstrauisch blieb. Als Staatssekretär im Ministerium für die besetzten Ostgebiete seit Juli 42 war Berger unter dem schwachen Rosenberg dessen eigentlicher Leiter. Im September 44 erhielt er den Auftrag zur Niederschlagung eines Aufstands in der Slowakei, den er blutig erstickte. Seit 1.10.44 war Berger Leiter des Kriegsgefangenenwesens, konnte aber die herrschenden Missstände bei rapide sich verschlechternder Kriegslage nicht abbauen und wurde u.a. deswegen am 14.4.49 in Nürnberg zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde am 31.1.51 auf 10 Jahre herabgesetzt und Berger am 16.12.51 schließlich freigelassen.