Gneisenau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Schlachtschiff "Gneisenau"

    deutsches Schlachtschiff, benannt nach dem preußischen Feldherrn August Graf Neidhardt von Gneisenau (1760-1831), 8.12.36 Stapellauf, 21.5.38 in Dienst gestellt, 31 850 t, 234,9 m lang, 30 m breit, 31 Knoten; Bewaffnung: 9x28 cm, 12x15 cm, 14x10,5-cm-Flak, zahlreiche kleinere Rohre, 6 Torpedorohre, Katapulte für 4 Bordflugzeuge. Die Gneisenau war von Mai 39 bis März 41 Flaggschiff des Flottenchefs und operierte nach Kriegsbeginn zunächst in der Nordsee, nahm dann mit Scharnhorst an einem Vorstoß in den Nordatlantik teil zur Entlastung der Admiral Graf Spee und konnte trotz Verfolgung durch einen britischen Verband aus 26 Kriegsschiffen wieder in die Nordsee durchbrechen. Nach Überholung in Kiel war sie im Frühjahr 40 wieder einsatzfähig und lief zum Unternehmen "Nordmark" gegen britische Geleite nach Norwegen aus. Es folgte der Sicherungseinsatz beim Unternehmen "Weserübung", bei dem die Gneisenau am 9.4.40 einen schweren Treffer vom britischen Schlachtkreuzer Renown erhielt und beim Rückmarsch in die Ostsee von einer Mine beschädigt wurde. Im Juni 40 konnte sie jedoch mit Flottenchef Admiral Marschall wieder am Unternehmen "Juno" gegen britische Truppentransporte aus Norwegen teilnehmen, wobei u.a die Versenkung zweier britischer Zerstörer und des Trägers Glorious gelang. Wegen erneuten Minentreffers bis Dezember 40 in Reparatur, brach die Gneisenau im Januar 41 zum Handelskrieg in den Atlantik durch (Unternehmen "Berlin") und erreichte nach zahlreiche Erfolgen (allein insgesamt 66 300 BRT) und trotz wiederholter Verfolgung durch britische Kampfgruppen am 22.3.41 Brest. Dort erlitt das Schiff mehrfach Bombentreffer, konnte aber im Februar 42 beim Kanaldurchbruch in Sicherheit gebracht werden. Bombentreffer im Kieler Hafen setzten die Gneisenau wenig später außer Gefecht, sie wurde nach Gotenhafen (Gdingen) geschleppt und repariert, dann aber desarmiert und aufgelegt. Bei herankommender Front ließ sie die Kriegsmarine am 28.3.45 als Blockschiff versenken. Nach Hebung durch polnische Firmen 1947/51 abgewrackt.