Gilbertinseln

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Teil der zu beiden Seiten des Äquators gelegenen britischen Kronkolonie Gilbert Islands and Ellice Island im mittleren Pazifik, 16 Atolle mit 430 km² und rund 28 000 Einwohnern (1940). Ohne Schwierigkeiten bemächtigten sich die Japaner im Dezember 41 der Gilbertinseln, um sie in ihren äußeren Verteidigungsring einzugliedern. Im Juni 43 beschlossen die Combined Chiefs of Staff die Rückeroberung des Archipels für den Herbst: Admiral Nimitz sollte hier Fuß fassen mit dem Ziel, das japanische Kernland allmählich von seinem überseeischen Inselimperium abzuschneiden. Für die amphibische Kriegführung Mitte November 43 wurde die 5. US-Flotte (Spruance) aufgestellt, bis dahin größter Kampfverband aus 19 Trägern, 12 Schlachtschiffen und 14 Kreuzern. Dazu kam die Landungsflotte mit 5 amphibischen Korps (Smith) und je einer Division Marine- und Heeresinfanterie von zusammen 25 000 Mann. Die 7. US-Luftflotte (Hale) unterstützte das Unternehmen mit B-17-Langstreckenbombern von Ellice Island. Die US-Träger verfügten bei Tage über die absolute Luftherrschaft, sodass die Japaner gegen den Flottenaufmarsch nichts Entscheidendes unternehmen konnten. Nur ein Torpedotreffer gelang nachts auf der Independence und ein japanisches U-Boot konnte den Geleitträger Liscombe Bay (624 Mann) versenken. Inzwischen gingen das pausenlose Trommelfeuer der Schiffsartillerie und die Luftangriffe gegen die beiden größten Atolle Makin und Tarawa weiter, und am 20.11.43 landeten die US-Truppen. Sie stießen auf erheblichen Widerstand, der erst am 26.11.43 erlosch und die USA 1245 Tote und 2405 Verwundete kostete, die japanischen Verteidiger, rund 5000 Mann, kamen fast alle ums Leben. Mit der Eroberung der Gilbertinseln war jedoch die Bedrohung der amerikanischen Seewege nach Australien ein für alle Mal gebannt und ein Sprungbrett gewonnen für die Angriffe auf die Marshallinseln und die Marianen.