Gigant

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Ein Großraumtransporter "Gigant" beim Ausladen
    Ein "Gigant"-Transporter auf einem Feldflughafen

    Beiname des Großraumtransporters Messerschmitt Me 321/323. Ausgangsmodell war ein Transportgleiter, der gemäß eiliger Forderung des Luftfahrtministeriums vom November 40 bei einem einmaligen Invasionseinsatz schweres Gerät bis zu 22 t oder eine voll ausgerüstete Infanteriekompanie von 130 Mann absetzen sollte. Die Me 321 (Erstflug 25.2.41) wurde nach der Erprobung für 350 Flugstunden zugelassen und operierte bei zunächst vier Sonderstaffeln als "fliegender Güterwagen" im Osten. Mit 13 t Eigengewicht benötigte sie beim Start Raketenhilfe, das Schleppverfahren im Troika-Gespann von 3 Me 110 war unfallträchtig; deshalb Umkonstruktion mit 10-rädrigem Raupenrollwerk und serienmäßig 6x990-PS-Sternmotoren Gnome-Rhône 14 N zur Me 323. 8 m hoch und 28 m lang, war die Gigant bei einer Spannweite von 55 m und 43 t Startgewicht das größte Landflugzeug der Welt. Die Me 323 kam von Mai 42 an zur Truppe für Versorgungs- und Evakuierungsflüge im Osten und im Mittelmeerraum. Am 22.4.43 erlebte das TG 5 einen schwarzen Tag über der Straße von Sizilien. Aus einem Verband von 16 mit Benzinfässern beladenen Gigant wurden 14 Maschinen von britischen Jägern abgeschossen. Bis März 44 wurden insgesamt 210 Exemplare gebaut, Besatzung (gewöhnlich 5 Mann) und Bewaffnung wechselten je nach Kriegsschauplatz und Beladung. Zur serienmäßigen Abwehrbewaffnung von 5x13-mm-MG erhielten manche Gigant noch gepanzerte Waffenstände mit bis zu 11x20-mm-Kanonen.