Georgijewsk

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjetische Ortschaft im Nordkaukasus mit der Uprawlenije 7141. In Georgijewsk wurde schon 1942 ein provisorisches Gefangenenlager errichtet, in das im Jahr darauf erste größere Kontingente deutscher Soldaten aus den Kampfräumen Melitopol und Nitropol eingeliefert wurden; es folgten Gefangene von nahezu allen Abschnitten der deutsch-sowjetischen Front. Die Sterblichkeit in Georgijewsk war sehr hoch; trotz laufender Neuzugänge verringerte sich die Belegungsstärke von 3000 Mann rapide. Seit Ende 44 wurde Georgijewsk schließlich als Erholungslager genutzt, in dem sich im Dezember 44 noch 1200 lebensgefährlich Unterernährte und Angehörige von O.K.-Kompanien befanden; die meisten überlebten den Aufenthalt nicht. Im Januar 45 traf u.a. ein Transport mit Gefangenen aus dem Donezbecken ein, die bis zum Skelett abgemagert waren. Täglich starben bis zu 20 Mann. Nur wenige konnten noch die von den Sowjets eilends organisierte Heimreise antreten, die nicht transportfähigen Kranken kamen in ein Speziallazarett, hatten jedoch kaum noch Aussicht auf Genesung. Auf dem Friedhof von Georgijewsk liegen etwa 1000 deutsche Soldaten in Einzelgräbern; daneben gibt es rund 500 Massengräber, die z.T. vor Oktober 44 angelegt wurden.