Georges Catroux

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    frz. General und Politiker; geboren 29. Januar 1877 Limoges, gestorben 21. Dezember 1969 Paris

    im 1. Weltkrieg Offizier alger. Truppen in Frankreich, danach u.a. Militärattaché in der Türkei, in Marokko und Syrien, 1934 Divisionsgeneral, 1939 z.V. Schon im August 39 nach Indochina berufen, wurde Catroux dort am 20.5.40 Generalgouverneur, trat aber nach dem Zusammenbruch Frankreichs als Anhänger von de Gaulle am 26.7.40 zurück und wurde durch Decoux ersetzt. Über Singapur erreichte Catroux London, von wo ihn de Gaulle als "Vertreter des Freien Frankreich" am 28.11.40 nach Kairo entsandte. Die Vichy-Regierung ließ ihn in Abwesenheit zum Tod verurteilen. Als alliierte Truppen im Juni 41 das frz. Mandatsgebiet Syrien und den Libanon besetzten, schloss sich Catroux mit gaullist. Truppen an und wurde nach der Kapitulation der Pétain-treuen Verbände am 14.7.41 Hochkommissar Levante. Nach der alliierten Landung in Nord-Afrika (8.11.42) wurde er OB der dortigen frz. Streitkräfte und bemühte sich um einen Ausgleich zwischen de Gaulle und Giraud. Als Beauftragter des frz. Befreiungskomitees für Algerien seit 2.7.43 war Catroux maßgebl. beteiligt an der Verordnung vom 7.3.44, nach der Algerier unter bestimmten Bedingungen die frz. Staatsbürgerschaft bekamen oder erwerben konnten. Am 4.6.44 wurde er Generalgouverneur in Algier und am 9.9.44 Minister der Provisor. Regierung für Nord-Afrika. Vom 27.2.45 bis 1948 vertrat er Frankreich in Moskau. Danach Mitglied der Nationalversammlung, 1961/62 beim Militärgerichtshof zur Aburteilung der alger. Putschgenerale, 1968 ehrenhalber auf Lebenszeit als General reaktiviert.