George Catlett Marshall

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    amerikanischer General und Politiker

    geboren: 31. Dezember 1880 in Uniontown, Pennsylvania gestorben: 16. Oktober 1959 in Washington


    1901 Offizier, im 1. Weltkrieg zuletzt als Oberstleutnant in Frankreich, danach verschiedene Kommandos u.a. in China, Dozent am Army War College in Washington. Marshall wurde im Oktober 38 stellvertretender Generalstabschef der amerikanischen Streitkräfte, im September 39 Generalstabschef und war seit März 42 nur dem Präsidenten verantwortlich. Bei Dienstantritt fand er ein Heer von 60 000 Berufssoldaten vor, brachte es bis zum Beginn des Pazifikkriegs (7.12.41) auf 1 Million und bis August 43 auf 3 Millionen Mann. Als oberster militärischer Berater Roosevelts nahm er an allen alliierten Gipfelkonferenzen teil und hatte entsprechend Einfluss auf die strategischen Planungen. Nach dem Krieg am 21.11.45 zurückgetreten, begann Marshall eine politische Laufbahn zunächst als Sonderbotschafter von Präsident Truman in China, wo er vergeblich einen Ausgleich zwischen den Nationalchinesen unter Tschiangkaischek und den Kommunisten unter Mao Tse-tung zu vermitteln suchte. Am 21.1.47 wurde er Außenminister und verkündete am 5.6.47 das European Rescue Programm (ERP), bekannter unter der Bezeichnung Marshallplan, zur Behebung der Not und zur Linderung der Kriegsfolgen in Europa, Teil seines Programms zur Eindämmung ("Containment") des Kommunismus. Aus gesundheitlichen Gründen trat er im Januar 49 zurück, war während des Koreakriegs 1950/51 noch einmal Verteidigungsminister und erhielt am 30.10.53 zusammen mit Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis.