Genua (Stadt)

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt der italienischen Provinz Ligurien mit 665 000 Einwohnern (1940). Als bedeutende Hafen- und Industriestadt war Genua mehrfach Ziel alliierter Angriffe aus der Luft und von See her: Am 14.6.40 beschoss die französische 2. Kreuzerdivision (Konteradmiral Derrien) des III. Mittelmeergeschwaders (Vizeadmiral Duplat) die Hafenanlagen der Stadt mit geringer Wirkung. Es folgte am 16./17.6.40 von Marseille aus ein Angriff der RAF-Squadron 99 mit Wellington-Bombern, ebenfalls wenig erfolgreich. Schwere Schäden verursachte dagegen die Beschießung von Stadt und Hafen am Morgen des 9.2.41 durch das britische Mittelmeergeschwader (Force H unter Vizeadmiral Somerville) mit den Schlachtschiffen Renown und Malaya sowie dem Leichten Kreuzer Sheffield, die knapp 1500 Granaten, darunter 273 vom Kaliber 38,1 cm, abfeuerten; von den 55 im Hafen liegenden Schiffen sanken 4 Frachter, 18 weitere wurden beschädigt, zahlreiche Gebäude zerstört, 144 Menschen kamen ums Leben. Gegenangriffe italienischer Boote blieben ebenso erfolglos wie das Feuer der Küstenbatterien. In der Folgezeit kam es v.a. im Oktober/November 42 zu zahlreichen Luftangriffen auf Genua, u.a. am 22./23.10., als 100 britische Lancaster ihre Bomben über dem Stadtkern abwarfen. Genua war die erste Großstadt in Norditalien, in der die Bevölkerung gegen die deutsche Besatzung rebellierte, kurz bevor am 27.4.45 die 5. US-Armee (Truscott) einzog.