Generalgouvernement

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (für die besetzten polnischen Gebiete), seit 26.10.39 Bezeichnung für das so genannte deutsche Nebenland im eroberten Polen unter Generalgouverneur H. Frank, bestehend aus den 4 Distrikten Krakau, Radom, Warschau und Lublin, seit 1.8.41 zusätzlich Lemberg, 142 000 km² und 12 Millionen Einwohner. Das Generalgouvernement diente als Rekrutierungsfeld für Zwangsarbeiter und als Aufnahmeland für die aus den annektierten polnischen Gebieten (Danzig-Westpreußen, Warthegau) vertriebenen 1,2 Millionen Polen. Hier errichtete die SS im Zuge der Judenverfolgung Gettos und Vernichtungslager. Die deutsche Herrschaft im Generalgouvernement gilt als schrecklichste Erscheinungsform des braunen Terrors, gegen den sich trotz aller Unterdrückung die polnische Heimatarmee bildete. Der Hass entlud sich im Herbst 44 beim Warschauer Aufstand, der jedoch wegen der Hilfsverweigerung durch die Rote Armee blutig niedergeschlagen wurde. Rund 3 Millionen polnische Juden und fast ebenso viele Polen wurden während des Krieges im Generalgouvernement ermordet oder fielen Terror (u.a. Intelligenzaktion) und Not zum Opfer.