Fw 190

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Focke-Wulf FW 190 A-8 - Jagdgeschwander 300 - Deutschland 1944

    Typenbezeichnung des Jagdeinsitzers und Jagdbombers der Firma Focke-Wulf, Erstflug 1.6.39. Die Fw 190 war das einzige neue Frontmuster auf deutscher Seite, das noch während des Kriegs in die Massenfertigung ging, sie blieb mit der Me 109 bis Mai 45 im Einsatz; insgesamt 20 051 Maschinen (ohne Prototypen) wurden gebaut, davon rund ein Drittel Jagdbomber und Schlachtflugzeuge. Bei den Planungen für einen zweiten Standardjäger der Luftwaffe verlangte das Reichsluftfahrtministerium eine Maschine, die im Vergleich zur Me 109 über eine vereinfachte Zelle bei höherer Triebwerksleistung verfügen sollte. Ihre gedrungene, kraftvolle Silhouette erhielt die Fw 190 durch Verwendung des luftgekühlten Doppelsternmotors BMW 801 von anfangs 1600 PS Startleistung.

    Zum Fronteinsatz kam der neue Jäger mit dem Beinamen Würger seit Juli 41 zuerst beim Elitegeschwader JG 26 "Schlageter" an der Kanalfront. Im Frühjahr 42 rüstete auch das JG 2 "Richthofen" auf die Fw 190 um. Bis zu 670 km/h schnell, robust und wendig, schlug sich der Jäger glänzend gegen die britische Spitfire. Dank ihrer überlegenen Sturzgeschwindigkeit konnte die Fw 190 den Luftkampf nach Belieben abbrechen. Tageseinflüge gestalteten sich bei einem zeitweiligen Verlustverhältnis von 3:1 äußerst kostspielig für die Alliierten.

    Am 22.6.42 fiel den Briten die erste Fw 190 durch Pilotenirrtum in die Hände. Experten bewerteten das bis dahin geheimnisumwobene Baumuster als modernstes Einsatzmodell beider Seiten, wobei sie in ihrem Bericht u.a. auf die hervorragenden Sichtverhältnisse im Cockpit hinwiesen. Im Winter 42/43 kamen die ersten Fw 190 an die Ostfront zu den am Nord- und Mittelabschnitt operierenden JG 51 "Mölders" und JG 54 "Grünherz". Sie zeigten sich dank ihrer starken Bewaffnung besonders zur Bekämpfung tieffliegender II-2-Schlachtflugzeuge geeignet. Berühmtester Fw 190-Pilot im Osten wurde Brillantenträger Nowotny.

    Focke Wulf FW 190 D-9 - Jagdgeschwader 26 - Deutschland 1945

    Als Jäger war die Baureihe A standardmäßig mit 6 Bordwaffen, davon 4x20-mm-Kanonen in den Tragflächen, bewaffnet. Mit einem wachsenden Sortiment von Umrüstbausätzen (U) und Rüstsätzen (R) wurde sie 1943/44 für neue Gefechtsaufträge bei den Verbänden der Reichsverteidigung ausgestattet. Die Baureihe A-7 erhielt anstelle der leichten MG zwei großkalibrige 13-mm-MG 131 über dem Motor. Gute Erfolge beim Zersprengen von Bomberpulks brachte der Einbau von zwei Werferrohren für 21-cm-Raketen unter den Tragflächen. Die Sturmjägervariante A-8 war mit Panzerglas und 2x30-mm-MG 108 ausgerüstet. Als Nachtjäger bei der "Wilden Sau" trug die Fw 190 Flammendämpfer und eine zusätzliche Funkausrüstung. In verschiedenen Umrüstversionen hatte sie bereits 1942 eine zweite Karriere als Jagdbomber begonnen. Speziell zur Modernisierung der seit Oktober 43 in Schlachtgeschwader (SG) umbenannten Stuka-Einheiten wurden die Baureihen G und F aufgelegt. Die Jabo-Serien waren zur Erdkampfunterstützung stärker gepanzert und mit Abwurfvorrichtungen für Außenlasten von der 50-kg-Splitterbombe bis zur 1000-kg-Sprengbombe versehen, mit verstärktem Fahrwerk schleppten sie sogar eine 1800-g-Bombe. Zur Panzerjagd im Osten kam 1944 eine Sonderversion "Panzerblitz" mit verschiedenen Raketenlasten an die Front.

    Weil die Leistungen des luftgekühlten BMW-Motors über 7000 m rapide abfielen, experimentierte Focke-Wulf seit 1941 mit einigen Höhenvarianten. Aus der Verbindung des wassergekühlten 1750-PS-Jumo 213 mit der verlängerten Standardzelle entstand 1943/44 die letzte Baureihe D ("Dora"). Die ersten Serienmuster D-9 "Langnase" mit 2x20-mm-Kanonen und 2x13-mm-MG kamen im Spätsommer 44 zur Truppe. Sie konnten es technisch wieder mit den modernsten alliierten Kolbenjägern aufnehmen. Mit Wasser-Methanoleinspritzung erreichten sie kurzfristig eine Kampfleistung von 2240 PS und maximal 705 km/h in 11 300 m Höhe. Eine Weiterentwicklung zum Höhenjäger mit 23,5 m Spannweite erhielt zu Ehren von Chefkonstrukteur Kurt Tank die Typenbezeichnung Ta 152 H, von der noch 67 Exemplare gebaut wurden.