Fritz X

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Bezeichnung für die deutsche Lenkbombe SD-1400x, basierte auf einer Standardbombe PC 1400 mit Kreuzflügeln und sechseckiger Schwanzflosse. Eine Entwicklung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt und von Rheinmetall-Borsig, war die Fritz X v.a. zum Angriff auf stark gepanzerte Schiffe bestimmt. Hinter dem 300-kg-Sprengkopf waren zwei Kreiselgeräte und ein Funkempfänger FuG 203 "Straßburg" eingebaut, sodass - ähnlich wie bei einem Modellflugzeug - die Anflugbewegungen der Gleitbombe vom Beobachter des abwerfenden Flugzeugs gelenkt werden konnten. Anfang 43 wurden die Dornier Do 217K der III./KG 100 mit dem Steuergerät "Kehl"-FuG 203 ausgerüstet, das auch für den Abwurf der Gleitbombe Hs 293 verwendet werden konnte. Später rüstete je eine Gruppe Fw 200 und He 177 beim KG 40 zu Lenkwaffenträgern um. Beim ersten Einsatz über dem Mittelmeer versenkte eine Do 217 mit einer einzigen Fritz X am 9.9.43 das italienische Schlachtschiff Roma, das sich zu den Alliierten absetzen wollte. Mit Erfolg wurde die Bombe auch gegen Schiffsansammlungen vor Salerno eingesetzt, u.a. wurde das britische Schlachtschiff Warspite so schwer getroffen, dass es für sechs Monate ausfiel. Nur kleinere Erfolge gelangen mit der Fritz X bei der Bekämpfung der Invasionsarmada vor der Normandie im Juni 44. Die Weiterentwicklung der Bombe wurde Ende 44 zusammen mit der Bomberfertigung eingestellt.