Friedrich Paulus

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 23. September 1890 in Breitenau bei Guxhagen gestorben: 1. Februar 1957 in Dresden

    Generalfeldmarschall Friedrich Paulus (links) wird in Retakovka bei Stalingrad gefangengenommen, Februar 1943.

    1910 Eintritt ins preuß. Heer, im 1. Weltkrieg zuletzt Hauptmann, in Reichswehr und Wehrmacht verschiedene Stabs- und Truppenkommandos, 1.6.35 Oberst. Am 1.1.39 zum Generalmajor befördert, nahm Paulus als Generalstabschef der 10. Armee (v. Reichenau) am Polenfeldzug teil und hatte seit 26.10.39 dieselbe Position bei der 6. Armee. Am 30.5.40 wurde er zum Oberquartiermeister I beim Generalstab des Heeres ernannt, erhielt am 1.8.40 die Beförderung zum Generalleutnant und am 1.1.42 zum General der Panzertruppen. Gleichzeitig übernahm Paulus den Oberbefehl über die 6. Armee im Osten, mit der er im Rahmen der deutschen Sommeroffensive "Blau" Richtung Stalingrad vorstieß. Nach monatelangem Häuserkampf hatte er die Stadt fast gänzlich in seine Hand gebracht, als eine sowjetische Zangenoffensive Ende November 42 seine Armee einschloss. Vorschläge für einen noch möglichen Ausbruch lehnte Hitler ab, ein Entsatzvorstoß im Dezember 42 blieb wenige km vor Stalingrad liegen. In den folgenden Wochen ging die 6. Armee weitgehend unter, Paulus kapitulierte mit den Resten am 31.1.43 (Nord-Kessel erst 2.2.), von Hitler als "Feigling" beschimpft. Er stellte sich 1944 dem Nationalkomitee "Freies Deutschland? zur Verfügung, trat beim Nürnberger Prozess in sowjetischem Auftrag als Zeuge auf, wurde 1953 aus der Gefangenschaft entlassen und nahm Wohnsitz in der DDR.

    Ritterkreuz (26.8.42) mit Eichenlaub (15.1.43).