Friedrich Hoßbach

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General der Infanterie (1. 11. 43)

    geboren: 21. November 1894 Unna gestorben: 10. September 1980 Göttingen


    1913 Eintritt ins Heer, 1920 Übernahme in die Reichswehr. Hoßbach war vom 3.8.34 bis zum 28.1.38 Abteilungsleiter im Personalamt des Heeres und damit Adjutant der Wehrmacht bei Hitler. In dieser Eigenschaft fertigte er am 5.11.37 die so genannte Hoßbach-Niederschrift an, die eine Besprechung Hitlers mit Reichsaußenminister v. Neurath, Reichskriegsminister v. Blomberg und den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtteile, v. Fritsch, Raeder und Göring, protokollierte. Hitler hatte dabei unmissverständlich angekündigt, dass er die deutsche "Raumfrage" mit Gewalt zu lösen gedenke. Dieses Papier wurde nach dem Krieg im Nürnberger Prozess ein wesentliches Beweisstück für die Anklage im Punkt "Verbrechen gegen den Frieden". Hoßbach war im Russlandfeldzug vom 21.1. bis 28.2.42 Kommandeur der 31. Infanteriedivision, übernahm, inzwischen Generalmajor (1.3.42), am 1.4.42 die 82. Infanteriedivision und am 16.5.43 wieder die 31. Am 2.8.43 wurde er Generalleutnant und mit der stellvertretenden Führung des LVI. Panzerkorps beauftragt, das er seit 12.8. dann als Kommandierender General führte. Seit 19.7.44 Oberbefehlshaber der 4. Armee, geriet Hoßbach Ende Januar 45 in einen Gewissenskonflikt: Hitler befahl ihm, mit seiner bereits abgeschnittenen Armee im Raum des ostpreußischen Lötzen eine Igelstellung zu bilden. Da seinen 350 000 Mann und den Flüchtlingen, die auf Rettung durch sie hofften, ein zweites Stalingrad sicher gewesen wäre, verweigerte er den Gehorsam und befahl den Durchbruch nach Westen. Der Erfolg war schon zum Greifen nahe, als Hitler von der Eigenmächtigkeit erfuhr und Hoßbach durch General Friedrich-Wilhelm Müller ersetzen ließ. Über diese dramatischen Tage berichtete Hoßbach 1953 in seinen Erinnerungen "Die Schlacht um Ostpreußen".

    Ritterkreuz (7.10.40) mit Eichenlaub (11.9.43).