Fremdenlegion

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (französisch Légion étrangère), Verband des französischen Heeres, der sich vorwiegend aus Ausländern und Staatenlosen zusammensetzt; 1831 von "Bürgerkönig" Louis Philippe zur Eroberung Algeriens ins Leben gerufen. Die Fremdenlegion kämpfte in allen Teilen des französischen Kolonialreichs, v.a. aber in Nordafrika, wo sie bis 1958 in Sidi-Bel-Abbès ihr Stammquartier hatte. Diensttaugliche Männer aller Nationalitäten von 18 bis 40 Jahren können sich (auch heute noch) für jeweils 5 Jahre verpflichten; nach dem Motto "Legio patria nostra" (Die Legion ist unser Vaterland) leistet der Legionär seinen Eid nicht auf Frankreich, sondern auf die Regimentsfahne. Das Kontingent rekrutiert sich traditionell aus Abenteurern, Gestrandeten und politischen Flüchtlingen aus vielen Ländern v.a. Europas; das Kommando führen vorwiegend französische Berufsoffiziere.

    Im September 39 umfasste die Fremdenlegion 2 Kavallerie- und 6 Infanterieregimenter, dazu kamen Pioniere sowie Außenposten in der Sahara. Nach der Mobilmachung wurden in Frankreich 5 neue Regimenter aufgestellt, denn zur Fremdenlegion kamen nun auch rund 6000 ausländische Freiwillige, vielfach Exilspanier oder politische Flüchtlinge aus dem nationalsozialistischen Machtbereich, die sich lediglich für die Dauer des Krieges verpflichteten. Die Überreste dieser Einheiten wurden nach verlustreichen Abwehrkämpfen im Mai/Juni 40 aufgelöst oder nach Nordafrika evakuiert. Die Reichsregierung verlangte nach dem Waffenstillstand die Repatriierung aller deutschen Legionäre. Diese etwa 2000 Mann wurden in der Wehrmacht im Infanterieregiment 361 zusammengefasst und in Nordafrika gegen die britische 8. Armee eingesetzt. Auf der Gegenseite wurde die 13. Halbbrigade der Fremdenlegion zur ersten Kerntruppe der freifranzösischen Streitkräfte. Sie hatte mit dem französisch-polnischen Expeditionskorps in Norwegen gekämpft, dort vorübergehend den Erzhafen Narvik besetzt und sich kurz vor der französischen Niederlage nach Großbritannien abgesetzt. Bei den gaullistischen Verbänden diente sie später u.a. in Syrien und Libyen, wo sie sich bei Bir Hacheim auszeichnete. Nach der alliierten Landung in Nordafrika (November 42) wurde die Fremdenlegion reorganisiert; 3 Regimenter kämpften in Tunesien, 3 andere marschierten mit der französischen 1. Armee (Lattre de Tassigny) bis an den Rhein und in die Alpen. Die Fremdenlegion meldete insgesamt 9071 Gefallene und Vermisste. Nach dem Krieg füllte sie ihre Ränge mit deutschen Gefangenen auf, sodass in den 50er Jahren Deutsche zeitweilig bis zu 70% der Truppe stellten.