Freiwilligenverbände

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Bezeichnung für die in der deutschen Wehrmacht dienenden Einheiten aus Angehörigen deutsch besetzter oder verbündeter Länder. Zunächst wurden v.a. Hilfswillige ("Hiwis") für Aufgaben im Tross geworben, 1941 etwa 200 000 Mann, zum größten Teil russische Gefangene. Im Winter 41/42 begann die Aufstellung geschlossener Einheiten v.a. zur Partisanenbekämpfung, und im Dezember 42 wurde eine "Inspektion der Osttruppen" gebildet, die Kampftruppen aus "Ostfreiwilligen" aufstellte. Sie wurden 1943 aus psychologischen Gründen bei wankender Ostfront auf den Balkan und nach Frankreich verlegt. Kurz vor Kriegsende dienten etwa 600 000 Mann in Heer, SS, Luftwaffe (Heimatflak); dazu kamen noch Kosaken-Einheiten und unbewaffnetes Personal, insgesam rund 1 Million Mann. Unter den Freiwilligenverbänden war die "Blaue Division" ebenso wie die Wlassow-Armee als letzte größere Einheit.

    Im Rahmen der Waffen-SS wurde schon 1940 als erster von schließlich 21 Freiwilligenverbänden die Division "Wiking" gebildet. Sie bestand noch aus verschiedenen Nationalitäten: Dänen, Holländer, Norweger, Finnen. Die erste nationale Einheit war die belgische Sturmbrigade (später Division) "Wallonie", es folgten u.a. "Charlemagne" (Franzosen), "Nordland" (Skandinavier), "Skanderbeg" (Albanier). Diese Freiwilligenverbände kämpften - das war das Motiv, mit dem sie geködert wurden - gegen den Bolschewismus und für ein "freies" Europa, z.T. bis zum Zusammenbruch. Dahinter standen zunächst noch großgermanische Utopien, die aber bald aufgegeben wurden, sodass schließlich sogar mit der 13. SS-Division "Handschar" islamische Kämpfer mit der Wehrmacht fochten. In der Spätphase kamen noch - allerdings zunehmend weniger "freiwillig" - lettische, estnische, ukrainische, italienische und auch turkmenische, tatarische und indische Einheiten hinzu. Von den Anfang 45 noch vorhandenen 29 Divisionen der Waffen-SS bestanden 16 aus Ausländern. Darüber hinaus gab es volksdeutsche Einheiten, die allerdings nur zu einem geringen Teil als Freiwilligenverbände zu bezeichnen waren, weil sie zumeist aus eingezogenen Soldaten bestanden.