Freiburg im Breisgau

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Stadt in Südbaden mit 110 000 Einwohnern (1939). Freiburg im Breisgau wurde am Tag des deutschen Angriffs im Westen (10.5.40) Opfer eines Luftangriffs, bei dem 57 Zivilisten, darunter 22 Kinder und 13 Frauen, ums Leben kamen und über 100 verletzt wurden. Die Angreifer waren 3 He 111 einer Kette der III. Gruppe des Kampfgeschwaders 51 aus Landsberg am Lech, die eigentlich Dijon bombardieren sollten. Nach Navigationsfehler bei Gewitterflug über dem Schwarzwald hatten sie Freiburg im Breisgau für das Ausweichziel Dôle-Tavaux gehalten und Flugplatz und Bahnlinie angegriffen. Die nationalsozialistische Propaganda gab, offenbar auf ausdrückliche Anweisung Hitlers, den Fehlwurf als alliierten "Terrorangriff auf eine offene deutsche Stadt" aus, der zur Rechtfertigung der "Vergeltung" dienen sollte. Ein amerikanisches Angebot zu neutraler Untersuchung wurde abgelehnt, und während der Luftschlacht um England wurde der "Kindermord von Freiburg im Breisgau" (Goebbels) zu einer Propagandabroschüre in 10 Sprachen verarbeitet. Gerüchte über einen Befehl zur Bombardierung von Freiburg sind inzwischen widerlegt. Die Stadt erlebte am 27./28.11.44 einen weiteren Angriff, diesmal durch die RAF, der mit 1700 t Bomben 3000 Menschen tötete und den größten Teil der Altstadt vernichtete. Am 22.4.45 wurde Freiburg im Breisgau von Einheiten der französischen 1. Armee (de Lattre de Tassigny) besetzt.