Franc-tireurs et Partisans

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (FTP), im Frühjahr 42 gebildete französische Widerstandsorganisation unter kommunistischer Führung. Das relativ späte Auftauchen der FTP war auf die lange Lähmung der kommunistischen Agitation durch den Hitler-Stalin-Pakt vom 23.8.39 zurückzuführen. Erst nach dem deutschen Angriff auf die UdSSR (22.6.41) bildeten v.a. ehemalige Kämpfer der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg Sabotagetrupps und Untergrundzirkel. Im Gegensatz zum bürgerlichen Widerstand gegen die deutschen Besatzer setzten die Franc-tireurs et Partisans sofort auf bewaffneten Kampf, obwohl sie kaum über die nötigen Mittel verfügten und auch nicht auf Hilfe der Westalliierten hoffen konnten. Ihre Anschläge lösten wie erwartet eine deutsche Terrorwelle aus, von der sie sich die Mobilisierung weiterer Widerstandskreise erhofften. Dennoch blieben die Franc-tireurs et Partisans in der Résistance meist isoliert und fanden auch nur punktuell Unterstützung durch die Armée secrète. Selbst nach dem Zusammenschluss der verschiedenen Fraktionen des bewaffneten Widerstands im Februar 44 zu den Forces Françaises de l'Intérieur (FFI) gaben die Franc-tireurs et Partisans ihre selbständige Organisation nie auf und ließen die Partner im Dunkeln über die wahre Stärke ihrer Anhängerschaft. Mit ihrem Vorschlag, nach der alliierten Invasion (6.6.44) ein französisches Milizheer zu bilden, drangen sie bei de Gaulle nicht durch. Ihre Kämpfer wurden zum großen Teil von der (frei)französischen 1. Armee aufgesogen.