Formosa

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (chinesisch/japanisch Taiwan), Insel vor der Südostküste Chinas mit knapp 36 000 km² (einschließlich Pescadores-Inseln) und 5,5 Millionen Einwohnern (1936), Hauptstadt Taipeh (Taihoku). Im 16. Jahrhundert von Portugiesen entdeckt (Ilha formosa = schöne Insel) und im 17. Jahrhundert chinesisch besetzt, kam Formosa nach dem Krieg von 1895 an Japan, blieb aber fast ausschließlich chinesisch besiedelt. Die Kuomintang-Regierung rief nach dem japanischen Angriff auf China 1937 zum Widerstand gegen die Besatzer auf und erneuerte Chinas Anspruch auf die strategisch wichtige Insel. Sie diente den Japanern im Krieg als Sprungbrett bei der Eroberung der Philippinen. Umgekehrt favorisierten die US-Admirale King und Nimitz 1944/45 die Einnahme von Formosa als Basis für den Angriff gegen das japanische Mutterland, doch setzte sich bei Roosevelt die Meinung MacArthurs durch, der einer Rückeroberung der Philippinen den Vorzug gab, sodass Formosa bis Kriegsende in japanischer Hand blieb und nur vereinzelte Luftangriffe durch US-Trägerflugzeuge gegen die japanischen Luftstützpunkte erlebte. Am 25.10.45 gab Japan gemäß Vereinbarung auf der Kairokonferenz (November 43) Formosa an China zurück. In der chinesischen Revolution wurde die Insel 1949 letzte Bastion der vom Festland vertriebenen Nationalregierung unter Marschall Tschiangkaischek.