Flying Tigers

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (englisch Fliegende Tiger), Gruppe amerikanischer Jagdflieger, die von Dezember 41 bis Juli 42 als Freiwillige in China und Burma kämpften. Oberst Chennault, seit 1938 Luftwaffenberater Tschiangkaischeks, hatte die private Söldnertruppe unter der Tarnung einer kommerziellen Luftfahrtfirma aufgestellt. Sie bestand aus 112 angeworbenen Heeres- und Marinepiloten, die für den Dienst in Nationalchina von der US-Regierung stillschweigend beurlaubt worden waren. Die USA stellten auch die Ausrüstung dieser American Volunteer Group in Form von 100 älteren Curtiss P-40 Warhawk zur Verfügung. Seit Oktober 40 hatten die Japaner ohne Risiko von Indochina aus Tschungking und die Nachschubbasis Kunming am Ende der Burmastraße bombardiert. Am 20.12.41 stießen sie erstmals auf verstärkte Gegenwehr, als die Flying Tigers 9 von 10 angreifenden Mitsubishi-Bombern abschießen konnten. Die Flying Tigers verteidigten in der Folge zusammen mit Hurricanes der RAF Rangun gegen japanische Massenangriffe und schossen dank ihrer unorthodoxen Taktik an einigen Glanztagen bis zu 25 Angreifer ab. Dafür zahlte die chinesische Regierung zusätzlich zum monatlichen Sold von 600 Dollar einen Bonus von jeweils 500 Dollar. Wahre Wunderdinge berichtete die amerikanische Presse über die Taten der Flying Tigers, die die Motorschnauzen ihrer Maschinen wie die deutschen Me-110-Zerstörer mit furchterregenden Haifischgebissen verzierten. Nach dem Fall Ranguns zog sich die Gruppe nach Kunming zurück, wurde am 5.7.42 aufgelöst und in die China Task Force der US-Heeresluftwaffe eingegliedert. Die Abschussbilanz der Flying Tigers wies 297 bestätigte und 153 wahrscheinliche Luftsiege aus, ihre Verluste betrugen 12 im Luftkampf gefallene, 4 in Gefangenschaft geratene und 10 bei Flugunfällen umgekommene Piloten.