Flak

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deutsche 8,8-cm-Flak in Erwartung eines britischen Panzerangriffs

    Kurzwort für Flugabwehrkanone, die wichtigsten Flaks (Fla-Geschütze) der Wehrmacht waren: 2-cm-Flak 30, seit 1934 bei der Truppe eingeführtes leichtes Geschütz für die leichten Flak-Batterien des Heeres und als leichte Züge bei schweren Batterien, auch auf Selbstfahrlafetten, Gewicht in Feuerstellung 450 kg, mit 6-mm-Schutzschild 562 kg, in Fahrstellung 770 kg, Bewegung mit Sonderanhänger, Feuergeschwindigkeit 120 Schuss/min., Schussweite 4800 m, Schusshöhe 3700 m. Die 2-cm-Flak 30 war ein vollautomatischer Rückstoßlader, der sich im Einsatz bewährte, obwohl Richt- und Feuergeschwindigkeit zu wünschen übrig ließen. Sie wurde daher 1939 durch die verbesserte 2-cm-Flak 38 ersetzt, die bei gleichen ballistischen Leistungen auf 220 Schuss/min. kam. Noch 1944 wurden monatlich 170 Stück dieses Typs ausgeliefert, im August 44 waren allein bei der Luftwaffe 17 589 Geschütze im Einsatz. Eine besonders wirkungsvolle Version war der 2-cm-Flak-Vierling 38 mit 800 Schuss/min., der auch auf Selbstfahrlafette verwendet wurde (Wirbelwind).

    3,7-cm-Flak 18, seit 1930 bei Rheinmetall entwickeltes und 1935 bei der Truppe eingeführtes leichtes Geschütz für die leichten Flak-Abteilung der Luftwaffe und die Heeres-Flak-Kompanien, Gewicht in Feuerstellung 1750 kg, in Fahrstellung auf zweiachsigem Sonderanhänger 3560 kg, Schussweite 6500 m, Schusshöhe 4800 m, 80 Schuss/min. Wegen zu geringer Beweglichkeit und zu niedriger Feuergeschwindigkeit wurde die Kanone durch die leichtere 3,7-cm-Flak 36 ersetzt, die bei gleichen ballistischen Leistungen auf 120 Schuss/min. kam. Sie wurde bis Kriegsende produziert, im August 44 waren bei der Luftwaffe 4211 Kanonen dieses Typs im Einsatz. Nachfolgemodell wurde die 3,7-cm-Flak 43 mit 180 Schuss/min. und 1250 kg in Feuerstellung. Die von Rheinmetall entwickelte Kanone kam in ersten Stücken seit Februar 44 zur Truppe, seit April 44 auch in einer Zwillingsausführung von 2780 kg; seit Juli 44 wurden monatlich 180, Ende 44 schon 450 Stück geliefert; insgesamt kamen 1500 Exemplare zum Fronteinsatz. Mit einem 8-Schuss-Magazin konnten bis zu 240 Schuss/min. abgegeben werden. Bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 820 m/s durchschlugen die Sprenggranaten der Flak auf 500 m noch Panzerungen von 27 mm. Die Flak wurde auf Anhängern, Halbketten-Selbstfahrlafette oder auf dem Flakpanzer IV "Ostwind" eingesetzt.

    Deutsche 8,8-cm-Flak im Kampf um Bir Hacheim

    8,8-cm-Flak 18 (Acht-acht), Gewicht 5150 kg, Schussweite 14 860 m, Schusshöhe 10 600 m, Rohrlänge 4,93 m. Die seit 1928 bei Krupp entwickelte Flak, Einführung 1933, wurde seit 1936/37 in verbesserter Form als 8,8-cm-Flak 36 mit den obigen Daten geliefert. Sie erhielt Folgezeigerübertragung zur Einstellung der Höhen- und Seitenwerte sowie der Zünderlaufzeiten und verschoss pro Minute 15-20 Sprenggranaten von 9 kg Gewicht bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 820 m/s. Für den Erdeinsatz gab es u.a. eine 10,2 kg schwere Panzergranate, die noch auf 1000 m Panzerungen von 106 mm durchschlug. Insgesamt waren 10 930 Flaks im August 44 im Einsatz, im Oktober 44 betrug der Munitionsverbrauch für dieses Geschütz 3,2 Millionen Schuss. Die Flak gilt als eines der erfolgreichsten Geschütze des Krieges. Eine Weiterentwicklung war die 8,8-cm-Flak 41 von Rheinmetall, die zunächst nur in einer Nullserie von 44 Stück hergestellt wurde. Ihre Schussweite stieg auf 20 km, die Schusshöhe auf 14 860 m, die Feuergeschwindigkeit auf 20-25 Schuss/min. und die Mündungsgeschwindigkeit auf 1000 m/s. Wegen der kriegsbedingten Engpässe waren allerdings im Februar 45 erst 279 Geschütze dieser modernen Version im Einsatz. Bei steigenden Flughöhen der alliierten Bomber genügte die 8,8-cm-Flak bald nicht mehr und musste durch die erheblich aufwändiger zu produzierenden schwereren Kaliber ersetzt werden.

    10,5-cm-Flak 39, ursprünglich für die Kriegsmarine entwickeltes schweres Flak-Geschütz, Ende 33 Umbauauftrag für die Luftwaffe, Gewicht 10 240 kg in Feuerstellung, 17 700 m Schussweite, 12 800 m Schusshöhe, 12-15 Schuss/min., 880 m/s Mündungsgeschwindigkeit. Das meist ortsfest oder als Eisenbahn-Flak verwendete Geschütz hatte eine elektr. angetriebene Richtmaschine und eine automatische Ladeeinrichtung und verschoss 15-kg-Granaten. Die 10,5-cm-Flak diente v.a. im Heimatkriegsgebiet und im rückwärtigen Gebiet zum Objektschutz, im August 44 waren bei der Luftwaffe auf Eisenbahnwagen 116, auf Betonsockeln im Reich 877 und fahrbar 1025 Exemplare im Einsatz. Trotz mancher Kritik ging die Produktion mangels Alternative bis Kriegsende weiter.

    12,8-cm-Flak 40, seit 1936 von Rheinmetall entwickelte schwere Flak, 1941 erste Batterien der Luftwaffe und Kriegsmarine, Gewicht 18 000 kg in Feuerstellung, mit vierachsigem Fahrgestell sogar 27 000 kg, 10-12 Schuss/min., 20 900 m Schussweite und 14 800 m -höhe, Mündungsgeschwindigkeit 880 m/s, elektrisch angetriebene Richtmaschine, automatische Ladeeinrichtung. Das Geschütz verfeuerte 26-kg-Granaten und war die wohl wirkungsvollste Flak der Krieges. Im August 44 hatte die Luftwaffe 6 fahrbare, 242 Exemplare auf Sockeln (Februar 45: 362) und 201 auf Eisenbahnwagen im Einsatz. Auf den Flaktürmen der wichtigen Städte wurden auch Doppellafetten montiert (die ersten Zoo-Bunker Berlin im August 42), von denen 34 im Februar 45 im Einsatz waren.