Fessan

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Wüstenlandschaft in Südwestlibyen zwischen Tripolitanien und dem Hochland von Tibesti. Die italienische Kolonialmacht hatte einige Oasen im Fessan zur Kontrolle der nördlichen Sahara als Stützpunkte angelegt, die Anfang 41 Ziel von Kommandounternehmen der britischen Long Range Desert Group aus Ägypten und der ersten in den Krieg eingreifenden freifranzösischen Einheiten vom Tschad her waren. Bei einer ersten Attacke im Januar 41 auf Mursuk gelang die Zerstörung des dortigen Flugfeldes und anderer Einrichtungen, doch konnten sich die Angreifer nicht halten. Nach der Einnahme der Kufra-Oasen durch Leclerc Anfang März 41 wuchs die Gefahr für den Fessan, sodass Rommel eine Abteilung zur Verstärkung dorthin verlegte. Es blieb ruhig bis zur Niederlage der deutsch-italienischen Panzerarmee Afrika bei El Alamein. Ein Angriff durch den Fessan sollte Rommels zurückflutende Truppen im Rücken fassen. Mit einer Streitmacht von 600 Franzosen und 4000 Eingeborenen stieß Leclerc im November/Dezember 42 von Fort Lamy über 2000 km in den Fessan vor und vertrieb die italienischen Besatzungen. Er kam aber nicht rasch genug voran, sodass sich bei seinem Eintreffen in Tripolis am 26.1.43, drei Tage nach den Spitzen der britischen 8. Armee, die deutsch-italienischen Verbände schon in die Mareth-Stellung hatten zurückziehen können.