Fernand de Brinon

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    frz. Politiker; geboren 16. August 1885 Libourne (Gironde), gestorben 15. April 1947 Festung Montrouge (hingerichtet)

    Journalist bei der Pariser Tageszeitung "L'Information". Brinon galt als Deutschland-Experte und propagierte seit Beginn der 20er Jahre eine dt.-frz. Annäherung. 1933 wurde er als erster frz. Journalist von Hitler empfangen und machte aus seiner Bewunderung für das Dritte Reich kein Hehl. Brinon gehörte zu den Mitbegründern des von der dt. Botschaft in Paris (Abetz) gesteuerten "Comitée France-Allemagne" und war nach der frz. Niederlage 1940 entschiedener Vertreter einer Politik der Kollaboration. Er wurde mit dem Titel Botschafter Geschäftsträger der Vichy-Regierung bei den dt. Besatzungsbehörden in Paris, seit November 42 als Generalsekretär des Premierministers Laval. 1944 setzte sich Brinon vor den anrückenden Alliierten mit anderen Regierungsmitgliedern nach Sigmaringen ab, wurde im Mai 45 in Bayern verhaftet und am 6.3.47 vom frz. Obersten Gerichtshof zum Tod verurteilt.