Fememorde

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    allgemein Bezeichnung für Selbstjustiz innerhalb von Geheimbünden oder Untergrundorganisationen, übertragen auf die Liquidierung von deutschen Gefangenen durch Kameraden in alliierten Lagern. Im westlichen Gewahrsam kam es vereinzelt zu Fememorden meist wegen politischer Gegensätze v.a. während des Krieges; die Täter waren fanatische Faschisten oder Nationalsozialisten, die demokratisch oder gar marxistisch eingestellte Kameraden oder solche, die sich vom Nationalsozialismus abgewandt hatten und den "Führer verunglimpften", als Verräter ansahen und "bestraften". Aus amerikanischen Lagern sind 4 Fälle von Mord und 3 von Totschlag bekannt. 15 an diesen Verbrechen Beteiligte wurden zum Tod verurteilt, ein weiterer zu lebenslanger Haft. Mit diesem scharfen Durchgreifen der US-Militärjustiz und u.a. der Verlegung von Gefährdeten in "Antinazi-Lager" konnten weitere Fememorde verhindert werden. In den sowjetischen Lagern war das Hauptmotiv für die Fememorde v.a. Denunziation und Kameradenschinderei. In zwei Lagern im Bezirk Swerdlowsk und im Lager Walga (Lettland) wurden z.B. Antifa-Aktivisten wegen Bespitzelung und Verrat umgebracht. Noch auf der Fahrt in die Heimat kam es vor, dass Spitzel aus dem Zug geworfen wurden. Die Untersuchungen der sowjetischen Behörden blieben durchweg ergebnislos.

    Häufiger als Fememorde waren Tätlichkeiten aus politischen Gründen. In den USA wurden gegen 102 deutsche Gefangene Verfahren wegen Körperverletzung geführt, 15 Angeklagte wurden zu 10 oder mehr Jahren Haft, 20 zu 3 bis 10 Jahren, 62 zu Freiheitsstrafen unter drei Jahren verurteilt, 5 Soldaten wurden freigesprochen.