Feldgericht

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Organ der deutschen Militärjustiz zur Rechtsfindung und Rechtsprechung in der kämpfenden Truppe. Ein Feldgericht trat auf Anordnung des zuständigen militärischen Gerichtsherrn von Regimentsebene an aufwärts zusammen. Es bestand aus 3 Richtern (meist Militärjustizbeamter als Leiter der Verhandlung und 2 militärische Beisitzer). Die in vereinfachten und verkürzten Verfahren gefällten Urteile erhielten Rechtskraft durch die Zustimmung des Gerichtsherrn. Häufig geahndete Delikte waren "Feigheit vor dem Feind", Wehrkraftzersetzung und Fahnenflucht. Vom 26.8.39 bis 31.1.45 verhängten Feldgerichte 14 338 Todesurteile gegen Wehrmachtangehörige, davon wurden 8996 vollstreckt. In der letzten Kriegsphase wurden so genannte fliegende Feldgerichte eingerichtet, mit denen man bei zusammenbrechenden Fronten die Kampfmoral und Disziplin aufrechterhalten wollte. Sie fällten weitere zahllose Todesurteile.

    Grundlage für die Tätigkeit der Feldgerichte waren das Militärstrafgesetzbuch (letzte Fassung vom 10.10.40) sowie das Kriegssonderstrafrecht (Verordnung vom 17.8.38).