Farman F. 222/223

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (auch: Centre NC.), französischer Bomber und Marineaufklärer. Wie die Amiot 143 war die Farman F. 222, bei Kriegsbeginn schwerster Bomber der Armée de l'Air, ein archaisch anmutender kastenförmiger Schulterdecker. Ihre 4x860-PS-Gnome & Rhône-Doppelsternmotoren hingen in zwei Tandemgondeln unter den Tragflächen, Spannweite 36 m. Die 5-sitzige Maschine für bis zu 4,2 t Zuladung flog beim 15. Geschwader Nachteinsätze über dem Reichsgebiet, beschränkte sich jedoch bis Mitte Mai 40 auf Flugblattabwürfe. Die modernisierte F. 223 kam nur noch in wenigen Exemplaren an die Front. In der Nacht 7./8.6.40 bombardierte eine Maschine dieses Typs als erstes alliiertes Flugzeug Berlin. Es handelte sich um eine Langstreckenversion der Marineluftwaffe, die ursprünglich für den transatlantischen Postdienst bei der Air France gedacht war. Die "Jules Verne" startete schon am frühen Nachmittag in Bordeaux-Merignac mit 5 Mann Besatzung und 2000 kg Bomben und war bis zur Landung in Paris-Orly über 13 Stunden in der Luft. Maschinen vom Typ Farman F. 222/223 flogen noch bis Kriegsende in Nordafrika als Transporter.