Ewald von Kleist

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 8. August 1881 in Braunfels an der Lahn gestorben: Oktober 1954 im Lager Wladimiroka bei Moskau

    Ewald von Kleist, Generalfeldmarschall

    1899 Eintritt ins Heer zunächst bei der Artillerie, 1912 zur Kavallerie, im 1. Weltkrieg Generalstabsoffizier, 1919 Reichswehr, 1921 Major, Taktiklehrer u.a., 1.10.32 Generalmajor, 1.12.33 Generalleutnant, 1.8.36 Kommandierender General des VIII. AK und General der Kavallerie, 1938 im Zuge der Affäre um Heeresoberbefehlshaber v. Fritsch verabschiedet.

    Vor Kriegsbeginn reaktiviert, befehligte Kleist im Polenfeldzug das XXII. AK bei der 10. Armee (Reichenau) und bildete für den Frankreichfeldzug im Mai 40 aus den Panzerkorps XIX (Guderian) und XLI (Reinhardt) die nach ihm benannte Panzergruppe bei der 12. Armee (List). Mit den schnellen Raids seiner gepanzerten Verbände durch die Ardennen, über die Maas (14.5.) nach Abbeville (20.5.) an der Sommemündung trug er wesentlich zur Abschnürung der britisch-französischen Truppen in Dünkirchen und damit zum Sieg bei. Im Balkanfeldzug führte Kleist seine Panzergruppe in 5 Tagen nach Belgrad und rückte am 27.5.41 in Athen ein.

    Auch in Russland kommandierte er eine Panzergruppe (5.10.41 in 1. Panzerarmee umbenannt), ehe er am 22.11.42 bei der exzentrischen Operation gegen den Kaukasus Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A wurde. Nur mit Mühe erwirkte er bei Hitler die Genehmigung, seinen Großverband, dem ein ähnliches Schicksal wie der 6. Armee in Stalingrad drohte, zurückzunehmen und in die nun folgenden schweren Abwehrkämpfe im Süden der Front zu werfen. Von Hitler für den Verlust der Krim verantwortlich gemacht, wurde Kleist am 30.3.44 seines Kommandos enthoben und nicht wieder verwendet. Bei Kriegsende nahmen US-Truppen Kleist gefangen und lieferten ihn an Jugoslawien aus, von wo er den Sowjets überstellt wurde, die ihn zunächst in einem Moskauer Gefängnis und 1954 in einem Lager für Kriegsverbrecher festhielten, wo er starb.

    Ritterkreuz (15.5.40) mit Eichenlaub (11.2.42) und Schwertern (30.3.44).