Europäische Beratende Kommission

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (European Advisory Commission, EAC), interalliierte Konferenz in London vom 5.12.43 bis 26.7.45, eingesetzt auf Beschluss der Moskauer Außenministerkonferenz vom Oktober 43 zur Ausarbeitung von Vorschlägen für die Behandlung Deutschlands und Österreichs nach Kriegsende. Bei den rund 120 Treffen im Lancaster House waren die USA und die UdSSR anfangs durch ihre Botschafter John G. Winant und Fjodor Gusew vertreten, das Foreign Office durch Sir William Strang, die provisorische Regierung Frankreichs wurde seit 27.11.44 zu den Beratungen hinzugezogen. Wichtigste Ergebnisse waren der Entwurf der Kapitulationsurkunde sowie das Londoner Protokoll vom 12.9.44 über die Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und die Verwaltung Groß-Berlins durch eine interalliierte Militärkommandantur. Am 14.11.44 verabschiedete die EAC ein Abkommen über das Kontrollsystem in Deutschland, in dem Berlin zum Sitz des Alliierten Kontrollrats bestimmt wurde. Bei den immer schwieriger werdenden Verhandlungen wurde das deutsche Modell mit geringen Abweichungen auf Österreich übertragen. Frankreich trat den Vereinbarungen bei, nachdem sich die Großen Drei in Jalta (Februar 45) prinzipiell über dessen Beteiligung an der Besatzung und Kontrolle Deutschlands geeinigt hatten.