Ernst Busch

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    dt. Generalfeldmarschall (1.2.43); geboren 6. Juli 1885 Essen-Steele, gestorben 17. Juli 1945 Gefangenenlager Aldershot (England)

    Noch während der Verteidigung des Cholmer Kessels wurde seinem Kommandanten, Generalmajor Scherer, das Ritterkreuz verliehen.

    1904 Eintritt ins Heer, im 1. Weltkrieg an der West-Front zuletzt Bataillonskommandeur, Pour le mérite, in der Reichswehr 1930 Oberst, 1.10.35 Generalmajor, 1.10.37 Generalleutnant, 1.2.38 General der Infanterie. Busch kommandierte beim Einmarsch ins Sudetenland im Oktober 38 das VIII. AK, mit dem er bei der 14. Armee (List) auch im Polenfeldzug kämpfte und Krakau eroberte. Im Frankreichfeldzug befehligte er die 16. Armee als linken Flügel der Heeresgruppe A. Nach Beförderung zum Generaloberst (19.7.40) verlegte Busch seine Armee im Mai 41 nach Ostpreußen, von wo aus er bei der Heeresgruppe Nord Richtung Leningrad vorstieß und die rechte Flanke der Panzergruppe 4 (Hoepner) sicherte. Buschs Truppen bekamen die Winterkrise 1941/42 besonders zu spüren: Das II. AK (Brockdorff-Ahlefeldt) wurde in Demjansk und die Kampfgruppe Scherer in Cholm eingeschlossen. Der in dieser schwierigen Situation bewährte Heerführer schien Hitler im Oktober 43 der richtige Nachfolger für Kluge als OB der Heeresgruppe Mitte, die eine 1000 km lange Front halten musste. Hier griff am 22.6.44 die Rote Armee mit 2,5 Mio. Mann Buschs 500 000 Mann starken Großverband an und zerschlug ihn in wenigen Tagen, nur 150 000 Soldaten der Heeresgruppe konnten gerettet werden, eine Katastrophe, die Stalingrad bei weitem übertraf; Busch wurde schon am 28.6. als Sündenbock durch Model abgelöst. Erst im März 45 bei Zerfall aller Fronten berief Hitler Busch erneut zum OB der Heeresgruppe Nord-West, mit der er am 7.5.45 kapitulierte und in brit. Gefangenschaft ging.

    Ritterkreuz (26.5.40) mit Eichenlaub (21.8.43).