Erich von dem Bach-Zelewski

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    SS-Obergruppenführer und General der Polizei (November 41)

    geboren: 1. März 1899 Lauenburg gestorben: 8. März 1972 München


    1914 jüngster deutscher Kriegsfreiwilliger, 1924 wegen nationalsozialistischer Agitation aus der Reichswehr entlassen; 1930 NSDAP- und 1931 SS-Beitritt, 1932 Organisator des persönlichen Schutzes Hitlers, dann Führer der SS-Oberabschnitte Nordost (Königsberg) und Südost (Breslau), führend beteiligt an der Liquidierung der SA-Führung bei der so genannten Röhm-Affäre (30.6./1.7.34). Bach-Zelewski wurde bei Beginn des Russlandfeldzugs (22.6.41) von Himmler zum "Sonderbeauftragten der SS für den Bandenkampf im Osten" ernannt, d.h. zu einem der Hauptverantwortlichen für die Morde im Rahmen der Judenverfolgung - schon am 31.9.41 meldete er Estland "judenfrei" - und für Terrormaßnahmen zur Abschreckung von Partisanen. Im Herbst 44 erhielt er den Oberbefehl bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands u.a. mit Hilfe der SS-Sturmbrigade Dirlewanger, konnte am 2.10. die Kapitulation der polnischen Heimatarmee entgegennehmen und erhielt dafür das Ritterkreuz. Nach Kriegsende Zeuge der Anklage bei den Nürnberger Prozessen, entging Bach-Zelewski der Auslieferung an die Sowjetunion, wurde von einer deutschen Spruchkammer 1949 zu zehn Jahren Arbeitslager (nicht vollstreckt) und erst 1961/62 wegen der politischen Morde 1933/34 zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Für die Beteiligung an den Judenerschießungen wurde er nicht zur Rechenschaft gezogen.