Erich von Manstein

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generalfeldmarschall

    geboren: 24. November 1887 in Berlin gestorben: 9. Juni 1973 in Irschenhausen

    Erich von Manstein, Generalfeldmarschall

    ursprünglich Erich v. Lewinski; Kadettenanstalt, 6.3.06 Eintritt ins Heer, im 1. Weltkrieg zuletzt Hauptmann, Reichswehrkarriere, 1.12.33 Oberst, 1.10.36 Generalmajor, 1.4.38 Generalleutnant.

    Manstein war bei Kriegsbeginn Chef des Generalstabs der Heeresgruppe Süd (v. Rundstedt) und seit 26.10.39 unter demselben Oberbefehlshaber im Westen bei der Heeresgruppe A. In dieser Eigenschaft entwickelte er für den Fall "Gelb" den Plan, mit schnellen Panzerverbänden durch die angeblich unpassierbaren Ardennen anzugreifen und die alliierten Armeen in Belgien abzuschneiden ("Sichelschnitt"). Vom OKH sehr skeptisch aufgenommen, kam Mansteins Idee erst durch die Panne beim Mecheln-Zwischenfall zum Zug, nach dem sich Hitler die Planungen zu Eigen machte und sie gegen alle Widerstände durchsetzte. Manstein wurde am 1.2.40 zum Kommandierenden General des XXXVIII. AK ernannt. Der Erfolg im Frankreichfeldzug bestätigte seine Analyse und brachte ihm am 1.6.40 die Beförderung zum General der Infanterie.

    Im Russlandfeldzug zunächst Kommandierender General des LVI. Panzerkorps bei der Heeresgruppe Nord (v. Leeb), wurde Manstein am 13.9.41 Oberbefehlshaber der 11. Armee, mit der er, seit 7.3.42 Generaloberst, die Krim und die Seefestung Sewastopol eroberte (3.7.42). In der Krise von Stalingrad ernannte Hitler Manstein zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Don (später Süd), doch konnte auch er die Lage nur durch Rücknahme der Front stabilisieren, ein Entsatzvorstoß zur Stadt an der Wolga misslang. Mit einer genialen "Strategie der Aushilfen" gelang es Manstein immer wieder, den stürmischen sowjetischen Vormarsch aufzufangen und sogar durch "Schlagen aus der Nachhand" (Gegner passieren lassen und in der Flanke fassen) im Frühjahr 43 Charkow zurückzuerobern. Die Differenzen mit Hitler, der erklärte, die Zeit der Operationen sei vorüber, er brauche "nur noch Steher", häuften sich. Am 30.3.44 wurde Manstein durch Model ersetzt und nicht mehr verwendet.

    Nach dem Krieg stellten die Briten Manstein in Hamburg vor Gericht und verurteilten ihn am 19.12.49 zu 18 Jahren Haft u.a. wegen der Weitergabe des Kommissarbefehls und der Billigung der Morde der Einsatzgruppen als "harte Sühne am Judentum, dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors". Aus gesundheitlichen Gründen am 7.5.53 freigelassen, Memoiren "Verlorene Siege" (1955), Berater bei der Wiederbewaffnung.

    Ritterkreuz (19.7.40) mit Eichenlaub (14.3.43) und Schwertern (30.3.44).