Erhard Milch

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General

    geboren: 30. März 1892 in Wilhelmshaven gestorben: 25. Januar 1972 in Wuppertal

    Erhard Milch, Generaloberst der Luftwaffe

    1910 Eintritt ins Heer, zunächst Artillerie, 1915 Fliegertruppe, 1920 Abschied, Eintritt in die Firma Junkers, 1926 Vorstandsmitglied der neuen Lufthansa (1942 Präsident), 1933 Stellvertreter Görings als Reichskommissar für die Luftfahrt, dann Staatssekretär. 1935 zum General der Flieger ernannt, wurde Milch am 1.11.38 Generaloberst und am 24.10.38 Generalinspekteur der Luftwaffe. Nach Kriegsbeginn war er vorübergehend Oberbefehlshaber der Luftflotte 5 in Norwegen und erhielt nach dem Selbstmord Udets auch das Amt des Generalluftzeugmeisters. Als Techniker geriet er in Konflikt mit den Berufsoffizieren, die gegen ihn auch unter Hinweis auf seine jüdische Abstammung bei Göring intrigierten, der jedoch alle Bedenken mit "Wer Jude ist, bestimme ich" beschied. Angesichts der anschwellenden alliierten Bomberströme plädierte Milch für den Ausbau einer starken Jagdverteidigung zu Lasten der Angriffsverbände, doch fand er dafür weder bei Göring noch bei Hitler Gehör. Als es dann 1943/44 zwangsläufig zur Katastrophe der Reichsverteidigung kam, wurde Milch trotzdem als Mitschuldiger kritisiert, verlor am 21.6.44 das Amt des Staatssekretärs, musste seine Kompetenzen als Luftzeugmeister an das Ministerium Speer abgegeben und wurde im Januar 45 auch als Generalinspekteur entlassen. Im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher trat Milch in Nürnberg als Zeuge gegen Göring auf, musste sich aber auch selbst als Beteiligter an den Planungen für den Angriffskrieg verantworten und wurde 1947 zu lebenslanger Haft verurteilt, 1951 zu 15 Jahren begnadigt und am 4.7.54 freigelassen; danach Industrieberater.

    Ritterkreuz (4.5.40).